Vermischtes

Justiz Amanda Knox tritt nach ihrem Freispruch erstmals wieder in Italien auf / Heute 31-Jährige saß vier Jahre in Haft

Eine heikle Rückkehr – als freie Frau

Rom/Modena.Für viele war sie jahrelang die Mörderin. Nun ist die freigesprochene Amerikanerin Amanda Knox nach Italien zurückgekehrt, wo sie jahrelang der Mittelpunkt eines Justizdramas war. Jetzt stellt sie sich freiwillig ins Scheinwerferlicht. Die 31-Jährige wird gewusst haben, worauf sie sich einlässt, als sie die Einladung zu einem Kongress zu Justizirrtümern in Modena annahm.

Dort soll sie an diesem Samstag sprechen. Schon am Flughafen in Mailand nahm sie bei ihrer Ankunft am Donnerstag eine Schar von Journalisten in Empfang. „Ich habe mich dafür entschieden, im Vorfeld von Italien keine Interviews zu führen, in der Hoffnung, dass das, was ich in Modena sagen werden, für sich selbst sprechen wird“, twitterte Knox am Mittwoch.

„Engel mit den Eisaugen“

Nach eigener Aussage stellt sie sich auf ein „potenziell feindseliges Publikum“ ein. Fast zwölf Jahre ist es her, dass sie als Studentin in der Universitätsstadt Perugia mit der Britin Meredith Kercher zusammenwohnte. In der Nacht vom 1. auf den 2. November wurde Kercher ermordet. Knox wurde für den Mord vier Jahre in ein italienisches Gefängnis gesperrt. Die Medien machten sie als „Engel mit den Eisaugen“ bekannt. Nach einem acht Jahre langen Justizdrama in der Weltöffentlichkeit wurde Knox 2015 endgültig freigesprochen. Anfang des Jahres entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass Italien Knox mehr als 18 000 Euro Entschädigung zahlen muss. Bis heute ist unklar, wer Kercher umgebracht hat. dpa