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Brauchtum Münchner Oktoberfest verzeichnet Andrang wie in besten Zeiten / Kommt Obama?

Eine Million Besucher am ersten Wochenende

Archivartikel

München.Sonne, blauer Himmel und ein gelungener Anstich: Die Münchner Wiesn hat einen Bilderbuchstart hingelegt. Eine Million Besucher kam am ersten Wochenende. In den Gassen zwischen Festzelten und Fahrgeschäften herrschte so dichtes Gedränge wie lange nicht. Viele Zelte waren schon am frühen Samstagnachmittag wegen Überfüllung geschlossen.

„Man hat es beim Einzug der Wirte gesehen: Es waren an den Straßen wahnsinnig viele Leute – viel, viel mehr als früher“, sagte Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). „Ich glaube, die Lust auf die Wiesn ist wieder größer geworden.“ Auch auf der Wiesn-Sanitätswache war der große Andrang spürbar: Die Helfer mussten fast 560 Patienten versorgen – fast hundert mehr als im Vorjahr.

Mit zwei Schlägen hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier angezapft. Mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stieß er auf eine friedliche Wiesn an. Dass nichts passiert, dass alle wieder heil nach Hause kommen: Das ist das Wichtigste – da sind sich alle einig.

Hunderte Polizisten und Hunderte Ordner sind im Einsatz, fast 50 Videokameras überwachen das Gelände. Anders als in den Vorjahren bekümmert Terrorangst die Gäste deutlich weniger. Dafür hat die Klimafrage längst das größte Volksfest der Welt erreicht, das zwar als Vorbild in der umweltschonenden Organisation gilt, aber mit sechs Millionen Besuchern kaum zur Energiespar-Veranstaltung mutieren wird. Das Fest verbraucht in gut zwei Wochen so viel Strom wie eine Kleinstadt mit 21 000 Einwohnern, 2018 waren es 2,93 Millionen Kilowattstunden und 200 937 Kubikmeter Erdgas. Durch Ökostrom und Ökogas spart das Fest rund 1000 Tonnen CO2 ein.

Zelte mit Solarzellen

LED-Lampen erleuchten die Zelte. Spülwasser der Bierkrüge wird für die Toilettenspülung verwendet. Einige Zelte haben Solarzellen. Die Stadt berücksichtigt, so betont Oberbürgermeister Reiter, bei der Zulassung mehr als früher Umweltverträglichkeit und Regionalität. Bewerber bekommen Punkte etwa für biologisch abbaubare Hydrauliköle, für schadstoffarme Zugmaschinen und ein Produktangebot aus Öko-Anbau. Es gibt nicht nur vegetarische, sondern auch vegane Gerichte.

Trotzdem bleibt die Wiesn ein Fest des Fleisches: Zehntausende Hendl wurden allein am ersten Wochenende gegrillt, dazu mehrere Ochsen. Der erste, der in der Ochsenbraterei auf dem Gasgrill hing, hieß Max. Immerhin: Sein Spieß drehte mit Ökostrom. Ministerpräsident Söder sagte, man müsse sich weiter mit Klimaneutralität befassen – aber „trotzdem die Wiesn genießen“: „Wir müssen Lebensfreude mit Klimaschutz verbinden.“

Spekuliert wird in diesem Jahr über einen besonderen Besuch: Barack Obama spricht am 29. September beim Start-up-Festival „Bits & Pretzels“ in München. Da wäre es nur ein Katzensprung zur Theresienwiese. 2016 hatte er angekündigt, das Oktoberfest nach Ende seiner Amtszeit besuchen zu wollen. Im vergangenen Jahr waren überraschend schon die Clintons auf der Wiesn aufgetaucht.

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