Vermischtes

Monarchie Seit einem Jahr gehen das Königshaus und das Promi-Paar Harry und Meghan getrennte Wege / Immer mehr Briten genervt

Eine royale Entfremdung

London.Sogar die sonst so zurückhaltende Königin lässt keinen Zweifel daran, dass der Stern ihres Enkels gesunken ist. Harry konnte davon in der Zeitung lesen: Die Queen, berichtet die britische Boulevardpresse dieser Tage, ist genervt von der angeblichen Rosinenpickerei des Prinzen a.D.: „Entweder man ist Teil der Institution Königshaus – oder man ist es nicht“, soll Elisabeth II. verfügt haben, als Harry mal wieder über seine royalen Rechte diskutieren wollte.

Obwohl es mittlerweile ein Jahr her ist, dass Harry (36) und seine Frau Meghan (39) ihren Rückzug aus dem Palast verkündeten und sich wenig später in einer Villa im sonnigen Kalifornien niederließen, will sich der Prinz nicht ganz von seinen Privilegien trennen. Das Ehepaar müsste etwa die Schirmherrschaften und die wohltätige Arbeit, die es einst als Royals übernommen hat, eigentlich Ende März endgültig abgeben. Damit entfielen auch die Zahlungen der königlichen Apanage. Doch wie die Zeitung „The Sun“ berichtet, soll es im Januar ein – online abgehaltenes – Familientreffen geben, in dem Harry darum bitten werde, den „Megxit“-Deal um ein Jahr zu verlängern. Ob sich die Queen darauf einlässt?

In dem Inselstaat fragen sich immer mehr Menschen, was mit Harry los ist. Der einstige Lieblings-Royal ist drauf und dran, seinen Ruf vollends zu verspielen – vom Darling zum Depp des Königreichs. Seine Beliebtheitswerte sind abgestürzt, immer mehr Landsleute genervt von seinen pastoral klingenden Allgemeinplätzen. Etwa wenn er und Meghan auf ihrer Website schreiben, sie glaubten an das Gute im Menschen: „Wir haben Leidenschaft und Güte von unseren Müttern und Fremden gleichermaßen erfahren. In einer Zeit der Angst, Probleme und Schmerzen kann es leicht passieren, dies aus den Augen zu verlieren.“

Interesse erlahmt

Die Ende Dezember veröffentlichte Auftaktfolge ihres neuen Podcasts „Archewell Audio“ landete zunächst nur auf Platz 17 der britischen Charts – sogar Walgeräusche zum Einschlafen wollten mehr Menschen hören als Harrys predigend-philosophische Einlassungen aus Los Angeles. So bemerkt er über die Pandemie: „Verbindung war dieses Jahr für uns alle von entscheidender Bedeutung, wie auch immer wir sie fanden. Manchmal in einiger Entfernung stehend, manchmal nur durch einen Bildschirm.“

Das Interesse an seinem Luxusleben erlahmt. Einige Zeitschriften haben sich bereits entschieden, Harry und Meghan nicht mehr auf die Titelseite zu heben: „Die Hefte verkaufen sich einfach nicht“, stellt Ingrid Seward fest, die Chefredakteurin des auf Adelsgeschichten spezialisierten „Majesty Magazine“. Und der Royal-Biograf Christopher Wilson sagt: „Sie dachten, sie wären größer als das Haus Windsor“ – doch das seien sie nicht.

Ohne Apanage muss das Auswanderer-Paar für sich selbst sorgen. Zwar sind die beiden dabei, sich ein Medienimperium aufzubauen, und haben Verträge mit dem Streaming-Giganten Netflix und der Podcast-Plattform Spotify geschlossen. Doch die neuen Formate müssen sie erstmal mit Inhalten füllen. „Ich glaube nicht, dass die Netflix-Sache funktioniert“, gibt die Adelsexpertin und Buchautorin Penny Junor zu bedenken. Die beiden bräuchten einfach Geld, um ihr extravagantes Leben zu finanzieren. „Harry ist gelernter Helikopterpilot. Ist er wirklich in der Lage, ein Programm zu gestalten?“

„Blöde kleine Verschwender“

Was auch immer eines Tages auf Netflix zu sehen sein wird: Vielen Briten nehmen den beiden übel, dass sie ihre Geschichte an den Meistbietenden verkaufen. Harry und Meghan, schimpft der TV-Moderator Piers Morgan, seien „blöde kleine Verschwender, die ihre royalen Titel für enorme kommerzielle Gewinne ausnutzen“.

Die Corona-Pandemie hat den Abgang des Paares ohnehin zu einem ziemlich harten Megxit gemacht: Auch über Weihnachten war ein Wiedersehen mit der königlichen Familie wegen Reise- und Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Wann sich die Lage entspannt und eine Reise in die alte Heimat infrage kommt, dürfte in den Sternen stehen.

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