Vermischtes

Umfrage Über 50 Prozent der Kinder haben Erfahrungen mit Gewalt

Eltern fordern mehr Schutz im Netz

Archivartikel

Berlin.Ein Großteil der Eltern in Deutschland wünscht sich einer Umfrage zufolge mehr Kinderschutz im Netz. Die meisten Mütter oder Väter haben nach eigenen Angaben schon einmal mitbekommen, dass der Nachwuchs online schlechte Erfahrungen gemacht hat. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Eltern berichtet in einer repräsentativen Befragung, die das Deutsche Kinderhilfswerk veröffentlichte, von einem „übermäßigen Medienkonsum“ ihres Kindes oder von Erfahrungen mit Kettenbriefen, Mobbing, Gewaltdarstellungen oder Pornografie.

Das Kinderhilfswerk forderte daher schärfere Regeln für in- und ausländische Anbieter von Anwendungen, Spielen und Online-Inhalten und eine Anpassung des Kinder- und Jugendschutzes an die „aktuellen und zukünftigen Phänomene und Technologien“, wie es in einer Mitteilung am Montag hieß.

Pläne dafür sind bereits in Arbeit: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte Ende vergangenen Jahres den Entwurf für ein „Jugendmedienschutzgesetz“ vorgelegt, das noch vor der Sommerpause in den Bundestag eingebracht werden soll. „Wir modernisieren den Kinder- und Jugendmedienschutz. Das ist in der großen Koalition vereinbart und wird von Bundesfamilienministerin Giffey umgesetzt“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Katja Mast.

Hohe Bußgelder sollen kommen

Konkret geplant ist, dass Anbieter, die mehr als eine Million Nutzer haben – wie TikTok, Instagram, WhatsApp oder Snapchat – zu technischen Vorsorgemaßnahmen verpflichtet werden, damit Kinder und Jugendliche im Netz besser vor Mobbing, sexueller Anmache und Kostenfallen geschützt werden. Kommen Anbieter dem nicht nach, sollen hohe Bußgelder drohen.

Die große Mehrheit der Eltern unterstützt das: 93 Prozent sind für härtere Strafen für Anbieter bei Verstößen gegen den Kinder- und Jugendschutz im Netz. Ebenso viele Eltern sprechen sich dafür aus, dass der Zugang zu bestimmten Medieninhalten durch eine verlässliche Altersprüfung beschränkt werden sollte – oft reicht im Netz nur der Klick auf einen „Ich bestätige, dass ich älter als 18 bin“-Button. dpa

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