Vermischtes

Unwetter I Sturmtief wütet in Großbritannien und Irland – und zieht weiter nach Deutschland

Entwurzelte Bäume, eingestürzte Dächer

Archivartikel

London/Frankfurt.Das Sturmtief „Sabine“ hat in Großbritannien und Irland erhebliche Schäden verursacht, bevor es nach Deutschland gekommen ist. Bäume wurden entwurzelt und Dächer sind eingestürzt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde fegte der Sturm, der dort „Ciara“ genannt wird, über die Länder.

Drei Menschen wurden verletzt, als im schottischen Perth das Dach eines Pubs teilweise einstürzte. Mehrere Flüsse traten wegen starker Regenfälle über die Ufer. Häuser wurden teilweise unter Wasser gesetzt. In vielen Teilen des Landes blockierten umgestürzte Bäume Straßen und Schienen. Viele Zugverbindungen und Flüge wurden gestrichen. Zehntausende Haushalte in Großbritannien und Irland hatten vorübergehend keinen Strom.

Rekord von British Airways

Gleichzeitig stellte ein British-Airways-Flugzeug mit Rückenwind einen Rekord auf. Es überquerte den Atlantik von New York nach London Heathrow in nur vier Stunden und 56 Minuten. Diese Zeit unterboten bislang nur frühere Überschallverbindungen.

Queen Elizabeth II. sagte am Sonntag ihren Kirchgang im ostenglischen Sandringham aus Sicherheitsgründen ab, so eine Sprecherin des Buckingham-Palasts. Sie betonte aber, es sei in erster Linie um die Sicherheit der Schaulustigen gegangen – diese sammeln sich stets vor der Kirche, um die Königin zu sehen.

Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren. Der niederländische Fußballverband KNVB sagte für Sonntag alle Spiele der Profiligen ab. Und in England musste die für Sonntag angesetzte Partie zwischen Meister Manchester City und West Ham United wegen der Gefahren durch den Orkan verschoben werden.

Nach Deutschland kamen die ersten Sturmausläufer am Sonntagmittag. Zunächst war es noch Spaß: Winddicht eingepackt, stemmten sich im nordfriesischen St. Peter-Ording Eltern mit Kindern sowie Hundehalter mit ihren Tieren gegen die heftigen Böen. Auch Kite-Surfer nutzten den starken Wind.

Am Abend fuhr im Emsland ein Intercity-Zug in einen umgestürzten Baum und steckte zeitweise auf offener Strecke fest. In dem IC von Amsterdam nach Berlin saßen etwa 300 Reisende. In Hamburg prallte eine oberirdisch fahrende U-Bahn gegen einen aufs Gleis gestürzten Baum und verkeilte sich. Laut der Hamburger Hochbahn wurde niemand verletzt. Umgestürzte Bäume auch auf vielen Straßen: Die Autobahn 45 bei Hagen wurde in Richtung Frankfurt voll gesperrt.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kam es in einigen Haushalten zu Stromausfällen. In Köln wurde der Bereich um den Dom weiträumig abgesperrt – um niemanden in die Gefahr von Steinschlägen zu bringen. In Paderborn verletzte ein herabstürzender Ast einen 16-Jährigen.

Laut Deutschem Wetterdienstes (DWD) sind Montagfrüh orkanartige Böen auch in den Niederungen mit einer Windstärke von bis zu 120 Kilometern pro Stunde möglich. Im höheren Bergland erwartete der DWD Orkanstärken mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Die Meteorologen warnten vor einer „extremen Gefahr“ durch umherfliegende Gegenstände und umstürzende Bäume.

Wegen der Wetterlage sind am Sonntag zudem bereits 100 Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen gestrichen worden. dpa

Info: Fotos und Liveblog unter morgenweb.de

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