Vermischtes

Justiz Mann soll drei Patienten in Lebensgefahr gebracht haben

Ermittlungen gegen Pfleger

Archivartikel

München.Endlich einmal der Held sein – das wollte laut Ermittler ein Krankenpfleger in München. Aus Geltungssucht soll er Patienten mit Medikamenten in Lebensgefahr gebracht haben, um bei ihrer Rettung zu glänzen. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen versuchten Mordes in drei Fällen gegen den 24-Jährigen, teilte Oberstaatsanwältin Anne Leiding am Mittwoch mit. Ein 91-Jähriger befindet sich noch in kritischem, aber stabilem Zustand. Ein 90-jähriger Patient und eine 54-Jährige seien wieder über den Berg.

Ein Oberarzt am Klinikum Rechts der Isar war am Samstag stutzig geworden, weil sich der Zustand von zwei Patienten plötzlich verschlechtert hatte. Interne Ermittlungen ergaben Hinweise auf einen ähnlichen Fall Ende Oktober, bei dem auch der Beschuldigte Dienst hatte. Der Verdacht: Der Pfleger spritzte den Patienten eine Überdosis eines Medikaments, das ihnen nicht verabreicht werden sollte. Spuren davon wurden im Blut der Patienten gefunden. Der Pfleger wurde festgenommen. Er bestreitet die Vorwürfe.

Der Fall erinnert an Niels H., der 2019 wegen Mordes in 85 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Der Krankenpfleger hatte 85 Patienten in Oldenburg und Delmenhorst nicht indizierte Medikamente verabreicht und sie so getötet. dpa

Zum Thema