Vermischtes

Eurovision Song Contest II Wichtige Fragen und Antworten zum europäischen Musikwettbewerb

Erst die Jury, dann die Zuschauer

Lissabon.Der Eurovision Song Contest ist im Prinzip eine einfache Sache: Dutzende Interpreten aus ganz Europa (und darüber hinaus) singen für ihr Land um die Wette, und am Ende küren die Zuschauer und die Jurys einen Sieger. Doch die Regularien und Feinheiten haben es in sich. Damit Sie heute Abend beim Finale mitreden können, hat diese Zeitung die wichtigsten Fragen rund um den Wettbewerb beantwortet.

Worum geht es eigentlich beim Eurovision Song Contest?

Es soll die beste Komposition Europas gefunden werden, es geht also prinzipiell um die Qualität eines Songs, nicht um den Auftritt selbst. So bekommt der Komponist den Preis, nicht der Interpret – auch wenn der natürlich im Rampenlicht steht. Initiiert wurde der europäische Musikwettbewerb 1956 von der Europäischen Rundfunkunion (englisch: EBU), einem Zusammenschluss meist öffentlich-rechtlicher Sender aus Europa. Man wollte eine europaweite Show kreieren, die gute Einschaltquoten bringt. Damals nahmen nur sieben Länder teil. Dieses Jahr sind es 43 Nationen.

Früher sagte man „Schlager-Grand-Prix“ – stimmt das heute?

Nein, die Schlager der Anfangsjahre wurden im Lauf der Zeit immer stärker durch Popsongs ersetzt. Heute hört man beim ESC vor allem internationalen Mainstream-Pop, doch es gibt auch immer wieder Ausnahmen von Heavy Metal über folkloristische Polka bis zu Rap.

Dürfen nur europäische Länder teilnehmen?

Nein, es dürfen alle Mitglieder der EBU (oder assoziierte Staaten) mitmachen, das sind vor allem Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens. So ist Israel regelmäßig mit von der Partie und hat schon dreimal gewonnen. Marokko nahm 1980 teil.

Warum gibt es zwei Halbfinals und ein Finale?

Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die Zahl der ESC-Teilnehmer sprunghaft angestiegen. Eine einzelne Show mit 43 Teilnehmern wäre zu lang und unübersichtlich. Also gibt es zwei Qualifikationsrunden.

Aber manche Länder sind direkt qualifiziert. Warum eigentlich?

1996 schaffte Deutschland zum ersten und einzigen Mal nicht den Sprung zum ESC-Finale. Die Bundesrepublik ist der größte Geldgeber der EBU und ein großer Fernsehmarkt, also wurde die „Big Four“-Regelung (heute: „Big Five“) beschlossen: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sind automatisch für das Finale qualifiziert, ebenso der Gastgeber. Alle anderen müssen in die Halbfinals.

Wie läuft die Abstimmung im Finale?

Alle Teilnehmer-Länder dürfen im Finale ihre Punkte vergeben, auch diejenigen, die bereits in den Halbfinals ausgeschieden sind. Seit 2016 ist das Prozedere aber etwas komplizierter: Nach dem Auftritt der 26 Kandidaten können die Zuschauer per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Zuvor haben bereits nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten ihre Stimme abgegeben. Das beste Land bekommt zwölf, das zweitbeste zehn, das drittbeste acht Punkte, dann geht es einzelpunkteweise runter bis eins. dpa

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