Vermischtes

Monarchie Viele Briten fiebern dem Nachwuchs von Prinz Harry und Herzogin Meghan entgegen

Es wird ein Lord oder eine Lady

Archivartikel

London.Wer will es den Brexit-müden Briten verdenken, dass sie in all dem politischen Chaos nach guten Nachrichten lechzen? In ihrer nationalen Verzweiflung blicken sie aufgeregt in Richtung Royals, wo abermals Nachwuchs ansteht. Die Herzogin und der Herzog von Sussex sind in freudiger Erwartung. Und ja, es mag das Brexit-Baby sein. Und doch, die Nation braucht dringend etwas zum Feiern.

Es bleibt das Rätsel dieser Zeit, was die Briten ohne ihre königliche Familie machen würden, die zuverlässig als Stimmungsaufheller für Ablenkung und gute Laune sorgen. In Sachen Vorfreude dürften die royalen Anhänger nur von zwei Menschen getoppt werden: Prinz Harry machte nie ein Geheimnis daraus, dass er gerne Kinder haben will, und Herzogin Meghan beschrieb vor vielen Jahren Mutterschaft als einen Punkt auf ihrer „Bucket List“, der persönlichen Wunschliste ihrer Lebensträume.

Name Diana hoch im Kurs

Hält sie deshalb ständig ihren Babybauch? Es vergeht kaum ein Auftritt, bei dem die 37-Jährige nicht ihren Bauch berührt. „Sie mag es, uns mitzuteilen, dass sie schwanger ist“, sagt William Hanson, Experte für die royale Etikette, in englischem Understatement, um dann hinzuzufügen: „Es ist irritierend, aber nicht zwangsläufig ein Fehler.“ Vielleicht schon mehr, dass nun auch der 34-jährige Harry damit beginnt, bei Terminen seinen Bauch anzufassen?

Die große Frage lautet ohnehin: Wann ist es endlich so weit? Zwar hieß es vom Kensington-Palast nur typisch vage, dass der Geburtstermin auf das Frühjahr falle, doch während eines Auftritts rutschte der Herzogin heraus, dass sie das Baby Ende April, Anfang Mai erwarte. Auf der Insel hoffen die bunten Blätter bereits, dass es der 21. April wird. Es ist der 93. Geburtstag der Urgroßmutter Königin Elizabeth II.

Völlig unklar ist, ob es ein Mädchen oder Junge wird. Und natürlich schlägt wieder die Stunde der Wettbüros. Die Buchmacher sind im Land der Zocker so etwas wie die nationalen Wahrsager. Im Fall eines Mädchens stehen Diana, Victoria, Alice, Elizabeth, Mary und Alexandra hoch im Kurs. „Ich bin überzeugt, dass Diana als Hommage an Harrys Mutter irgendwo im Namen auftauchen wird“, sagt der Experte. Als wahrscheinliche Namen für einen Jungen haben die Wettbüros Arthur, James, Philip, Frederick, Charles oder Edward ausgemacht. Die Royals bedienen sich in der Regel bei Namen von ehemaligen Monarchen oder prominenten Mitgliedern der königlichen Familie. Gerne werden auch Namen aus der Bibel genommen, wie etwa James. Doch da das Paar die Dinge gerne anders macht, könnten sie auch aus dem klassischen Korsett ausbrechen.

Werden die beiden die royalen Anhänger mit einer Lady Kylie – Thronfolger Prinz Charles scherzte über diesen Mädchennamen – oder einem Lord Liam überraschen? Vermutlich nicht. Ein Kompromiss könnte laut Experten Alex lauten, der Name sei einigermaßen traditionell und trotzdem zeitgemäß.

Ohne Titel „Königliche Hoheit“

Wenn es um den künftigen Titel des Babys geht, wird es kompliziert. Hanson verweist auf ein Dokument aus dem Jahr 1917, das die Verleihung eines Titels oder eines Status regelt. Demnach gebührt es sich nicht, dass die Kinder des zweitgeborenen Sohnes des Thronfolgers (Prinz Charles) – in diesem Fall Prinz Harry – Prinz oder Prinzessin werden. Und damit wird ihnen der Prädikatstitel „Ihre/Seine Königliche Hoheit“ verwehrt.

Vielmehr dürfte laut Hanson das Baby von Herzogin Meghan und Prinz Harry, wenn denn Junge, als „Graf von Dumbarton“ geführt werden. Anrede: Lord Dumbarton. Prinz Harry ist nämlich nicht nur Herzog von Sussex, sondern auch Earl of Dumbarton. Ein Mädchen dagegen, hier wird es antiquiert und unfair, kommt keineswegs in diesen Genuss, sondern wäre nur Lady plus Vorname. Ohne Dumbarton. Am Ende aber sei es allein die Entscheidung der Queen, dem Baby den Titel der Königlichen Hochzeit zu geben, schränkt Hanson ein.