Vermischtes

Fernsehen Der erste Eurovision Song Contest startete 1956 mit sieben Ländern – in diesem Jahr sind es 41

ESC-Familie wird immer größer

Tel Aviv.Am Sonntagabend ist in Tel Aviv in Israel der 64. Eurovision Song Contest offiziell gestartet. Für Deutschland geht das Duo Sisters ins Rennen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum ältesten internationalen TV-Musikwettbewerb (seit 1956).

Worum geht es eigentlich beim Eurovision Song Contest?

Es soll die beste Komposition gefunden werden, es geht also prinzipiell um die Qualität eines Songs, nicht um den Auftritt selbst. So bekommt der Komponist den Preis, nicht der Interpret – auch wenn der natürlich im Rampenlicht steht. Initiiert wurde der Wettbewerb von der Europäischen Rundfunkunion (englisch: EBU), einem Zusammenschluss meist öffentlich-rechtlicher Sender aus Europa. Man wollte eine europaweite Show kreieren, die gute Einschaltquoten bringt. Damals nahmen sieben Länder teil. In Tel Aviv sind es in diesem Jahr 41.

Früher sagte man oft „Schlager-Grand-Prix“ – stimmt das noch?

Nein, die Schlager der Anfangsjahre wurden im Lauf der Zeit immer stärker durch Popsongs ersetzt. Heute hört man beim ESC vor allem internationalen Mainstream-Pop, doch es gibt auch immer wieder Ausnahmen – von Heavy Metal über folkloristische Polka bis zu Rap.

Dürfen nur europäische Länder teilnehmen?

Nein, es dürfen alle Mitglieder der EBU mitmachen. Dabei können sich auch Rundfunkanstalten außerhalb Europas beteiligen. So ist Israel regelmäßig mit von der Partie und hat schon viermal gewonnen. In diesem Jahr ist es Gastgeber.

Warum gibt es zwei Halbfinals und ein Finale?

Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die Zahl der EBU-Mitglieder sprunghaft gestiegen – und damit die der ESC-Teilnehmer. Aber eine einzelne Show mit 41 Teilnehmern wäre viel zu lang und unübersichtlich. Also gibt es zwei Qualifikationsrunden.

Aber nicht jeder muss sich qualifizieren, Deutschland ist ja immer im Finale. Warum eigentlich?

1996 schaffte Deutschland zum ersten und einzigen Mal nicht den Sprung zum ESC-Finale. Die Bundesrepublik ist aber der größte Geldgeber der EBU und ein sehr großer Fernsehmarkt, also wurde die „Big Four“-Regelung (heute: „Big Five“) beschlossen: Die fünf finanzstarken Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sind automatisch für das Finale qualifiziert, ebenso der Gastgeber.

Kann ich aus Deutschland bei den Halbfinals abstimmen?

Deutsche Fans können nur beim zweiten Halbfinale am 16. Mai abstimmen, zusammen mit den Fans in Großbritannien, Italien und den 18 Halbfinalteilnehmern, von denen die besten zehn ins Finale kommen. Im ersten Halbfinale am 14. Mai sind Spanien, Frankreich und Israel sowie die 17 Halbfinalteilnehmer stimmberechtigt, von denen ebenfalls die Top 10 das Finale erreichen.

Und wie läuft die Abstimmung im Finale?

Alle Teilnehmer-Länder dürfen im Finale ihre Punkte vergeben, auch diejenigen, die bereits in den Halbfinals ausgeschieden sind. Seit 2016 ist das Prozedere aber etwas komplizierter: Nach dem Auftritt der 26 Kandidaten können die Zuschauer per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Zuvor haben bereits nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten ihre Stimme abgegeben. Verkündet werden zunächst die Jury-Wertungen, dann die Publikumspunkte.