Vermischtes

Indien Mehr als 100 Menschen kommen bei heftigen Regenfällen und Sandstürmen ums Leben

Extremwetter hinterlässt Tote

Archivartikel

Dubai/New Delhi.Bei heftigen Regenfällen und Sandstürmen in Nordindien sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Orkanartige Stürme entwurzelten am Mittwoch und in der Nacht zu gestern Bäume, brachten Häuser zum Einsturz und legten die Stromversorgung lahm. Sandstürme behinderten auch in der Hauptstadt New Delhi den Verkehr. Etliche Flüge mussten gestrichen werden. Viele der Opfer wurden im Schlaf vom Unwetter überrascht, als wegen heftiger Blitzeinschläge Gebäude in sich zusammenfielen. Um die 130 Menschen wurden verletzt.

Stürme und Unwetter führen in Indien besonders während der Regenzeit immer wieder zu Todesfällen, doch selten in einem solchen Ausmaß. In diesem Jahr scheinen sich Extremwetterlagen jedoch zu häufen: Zum Start des Monsunregens verzeichnete der südindische Bundesstaat Andhra Pradesh am Dienstag vergangener Woche über 41 000 Blitzeinschläge binnen 24 Stunden – mehr als sonst über den ganzen Monat Mai hinweg registriert werden.

Diese atypische Energieentladung könnte ein weiteres Anzeichen für die Klimaerwärmung und ihre Folgen sein. Viele Wissenschaftler glauben, dass die Erderwärmung zu mehr Gewitterstürmen führt. Im Falle des indischen Subkontinentes ist es ein Zusammenstoß von kalten Luftmassen aus dem Arabischen Meer mit wärmerer Luft aus dem Norden Indiens, der zu einer ungewöhnlich breiten Wolkendecke führt, die wiederum das Risiko von Blitzen steigen lässt. In jedem Jahr sterben in Indien über 2000 Menschen durch Blitzeinschläge.

Indiens Premierminister Narenda Modi sprach den Opfern auf Twitter sein Beileid aus: „Wir haben Rettungsteams in die verschiedenen Gebiete geschickt, um den Betroffenen zu helfen“, schrieb er. Indiens Behörden haben bis zum 5. Mai eine Wetterwarnung ausgegeben.

Hitzewelle belastet Menschen

Die Metropole Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh war besonders schwer von Sandstürmen betroffen. In der Stadt, in der das weltberühmte Tadsch-Mahal-Denkmal steht, starben mindestens 36 Menschen.

Laut Angaben der Meteorologischen Abteilung der Indischen Luftwaffe wurden in Agra zwischen 21 Uhr und 23.30 Uhr am Mittwoch 48,2 Millimeter Niederschlag gemessen. Dazu wurden Windgeschwindigkeiten von 126 Stundenkilometern registriert.

Im Wüstenbundesstaat Rajasthan kamen mindestens 33 Menschen durch das Extremwetter ums Leben. Bereits Mitte April hatte ein heftiger Sturm in Agra zwei Minarette des Tadsch-Mahal-Mausoleums zum Einsturz gebracht. Zudem macht eine Hitzewelle mit Temperaturen um die 45 Grad den Menschen das Leben zur Qual.