Vermischtes

Missbrauch Behörden hatten engen Kontakt mit Opferfamilie

Fall Münster: Mutter lehnte Hilfe ab

Archivartikel

Düsseldorf.Trotz früher und zahlreicher Information über Strafverfahren gegen den Hauptverdächtigen im Missbrauchsfall Münster haben weder Familiengericht noch Kommunaler Sozialdienst Maßnahmen zum Schutz eines der Opfer ergriffen. Es habe bereits seit 2014 zahlreiche Gespräche des Dienstes mit der Lebensgefährtin des Mannes gegeben, die Mutter eines zehnjährigen Opfers ist, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Donnerstag im Familienausschuss des Landtags.

Die Mutter habe immer versichert, nicht mit dem heute 27 Jahre alten Verdächtigen zusammenzuleben und den Schutz des Kindes zu gewährleisten. Beratungs- und Hilfsangebote habe sie abgelehnt.

Verdächtiger „therapiefähig“

Im Oktober 2015 sei beschlossen worden, keine gerichtlichen Maßnahmen zum Schutz des Kindes einzuleiten. Grundlage sei auch ein Gutachten gewesen, das dem Verdächtigen Therapiefähigkeit bescheinigte. Es habe keine Hinweise gegeben, dass er seinen pädosexuellen Neigungen auch in der Realität nachgehen werde. 2016 habe die Staatsanwaltschaft eine Mitteilung über ein weiteres Strafverfahren übermittelt. Bei der Fallberatung in der Kinderschutzambulanz Münster seien ebenfalls keine ausreichenden Fakten für eine Gefährdung des Kindes erkannt worden, die einen Eingriff in das mütterliche Sorgerecht gerechtfertigt hätten. dpa

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