Vermischtes

USA Mutter verliert bei Unglück in Missouri neun von zehn Angehörigen – darunter ihre drei Kinder

Familiendrama bei Bootsunfall

Archivartikel

Branson.Nach dem Bootsunglück im US-Bundesstaat Missouri mit insgesamt 17 Toten erschüttert eine Familientragödie das ganze Land. „Guter Gott, bitte, ich muss zu meinen Kindern kommen“, schilderte Tia Coleman mit tränenerstickten Worten, was in ihr während des Untergangs eines Amphibienfahrzeugs mit 31 Passagieren an Bord vorging.

Coleman verlor insgesamt neun von zehn Angehörigen, die mit ihr auf dem Boot waren – darunter ihren Ehemann, ihre drei Kinder im Alter von zwei, sieben und neun Jahren sowie ihre Schwiegereltern. Nur ein Neffe überlebte.

Von Schwimmwesten abgeraten?

Während einer Pressekonferenz in Branson erzählte Coleman kurze Anekdoten über alle Angehörigen, die sich nicht retten konnten: „Seit ich ein Zuhause habe, war es immer voll mit Leben, voll mit kleinen Füßen, Lachen und meinem Mann.“ Arya (2) habe „immer Luftküsschen zugeworfen, sie war ein kleiner Wirbelwind“. Zum Abschluss sagte Tia Coleman: „Ich bitte alle, meine Familie als die wunderbaren Menschen in Erinnerung zu behalten, die sie waren.“

Das Amphibienfahrzeug war am Donnerstagabend (Ortszeit) auf dem Table Rock Lake, einem beliebten Ausflugsziel, gekentert. Die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB will nun prüfen, ob im Zusammenhang mit den Schwimmwesten, dem Verhalten der Bootscrew und dem Wetter nachweisbare Fehler begangen wurden. An Bord befanden sich Schwimmwesten, doch angeblich hielt es der Bootskapitän für unnötig, die potenziellen Lebensretter anzulegen. „Über Ihnen sind die Rettungswesten: Es gibt drei Größen“, soll er bei der Abfahrt gesagt haben, so schildert es jedenfalls Tia Coleman. Und weiter: „Ich werde Ihnen zeigen, wo sie sind, aber Sie werden sie nicht brauchen, also machen Sie sich keine Sorgen.“ Nach diesen beschwichtigenden Worten des Kapitäns habe ihre Familie dann auf die Westen verzichtet.

Die Ermittler wollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch wissen, wann das Unternehmen und der Kapitän von der Sturmwarnung erfuhren und warum der Steuermann auf dem See den ursprünglich vorgesehenen Kurs änderte. Der Kapitän gehört zu den 14 Passagieren, die überlebten. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass das Boot abgelegt habe, obwohl Winde in Hurrikan-Stärke aufgezogen seien, sagte ein Behördensprecher. dpa