Vermischtes

Panne Kapitän erklärt Auszubildendem Codes und sorgt für massiven Polizeieinsatz in Amsterdam-Schiphol / 27 Passagiere betroffen

Flughafen: Notfallalarm aus Versehen ausgelöst

Amsterdam.Der folgenreiche Fehlalarm auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol am Mittwochabend ist offenbar durch ein Missgeschick im Cockpit verursacht worden.

Eine Sprecherin der spanischen Fluggesellschaft Air Europa sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: „Der Fehler ist passiert, als der Kapitän der Maschine einem Piloten in der Ausbildung die Funktion der einzelnen Knöpfe erklärte.“ Dabei übermittelte er offenbar versehentlich den Code „7500“ an die Flugaufsicht. Dieser Code steht im internationalen Flugverkehr für „Entführung“.

Der Alarm löste auf Schiphol – einem der größten Flughäfen Europas – einen massiven Polizeieinsatz aus. Dutzende Flüge verzögerten sich, weil ein Teil des Flughafens gesperrt werden musste. Nach rund zwei Stunden teilte Air Europa dann mit, alles sei ein Irrtum, man bitte um Entschuldigung.

Janis Schmitt von der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit erläuterte der Deutschen Presse-Agentur, Piloten hätten die Möglichkeit, über einen Transponder den Code „7500“ einzugeben. „Damit wird dem Lotsen auf seinem System signalisiert, dass es einen Notfall mit eventuellem Entführungspotenzial gibt.“ Der Lotse löst dann ein Alarmsystem aus.

Entwarnung bewusst ignoriert

Der niederländische Flugexperte Joris Melkert von der Technischen Universität Delft sagte der Zeitung „De Volkskrant“, dass eine Entwarnung bewusst ignoriert würde, da dies ja auch ein Befehl der Entführer sein könne. Der Vorfall zeige zumindest, dass das Sicherheitssystem schnell und gut funktioniere.

Einer der 27 Passagiere berichtete in „De Volkskrant“, die Besatzung einschließlich des Kapitäns habe anfangs keine Ahnung gehabt, was eigentlich los gewesen sei. Schließlich seien alle aus der Maschine geleitet und genau überprüft worden. „Danach erzählte uns der Chef der Polizei, dass im Cockpit das Protokoll für eine Entführung aktiviert worden war.“ Der Kapitän habe sich bei allen Fluggästen persönlich für die Verspätung entschuldigt. dpa

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