Vermischtes

Unwetter Heftige Regenfälle in Rheinland-Pfalz / Bundesweit Konzerte abgesagt

Flutwelle reißt Autos und Straßen mit

Bitburg/Heilbronn.Erst brütende Hitze, dann krachende Blitze: Heftige Gewitter mit reichlich Regen sind über weite Teile Deutschlands gezogen und haben Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Besonders schlimm traf es Heilbronn in Baden-Württemberg, die Eifel in Rheinland-Pfalz und das Vogtland in Sachsen. Gestern Abend sorgte ein heftiges Gewitter in Reutlingen für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Ein Wohnhaus wurde evakuiert, weil aufgrund des Wasserdrucks die Bodenplatte angehoben wurde. Über das Wochenende waren Feuerwehren pausenlos im Einsatz. Mehrere Musikveranstaltungen mussten abgebrochen werden.

Mehr als 900 Feuerwehrkräfte machten sich alleine rund um Bitburg in der Eifel auf den Weg. Dort riefen die Behörden nach heftigen Regenfällen zeitweise Katastrophenalarm aus. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen innerhalb weniger Stunden durchschnittlich bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter, örtlich sogar noch mehr. Mehr als 100 Keller standen unter Wasser. Durch Dudeldorf wälzte sich eine Flutwelle. Im Ort wurde ein Auto gegen eine Hauswand gedrückt, andere Fahrzeuge liefen voll Wasser. Die Flut riss Teile von Gebäuden mit.

Auftritt von Sarah Connor geplatzt

In Heilbronn verwandelten sich Straßen kurzzeitig in Bäche. Im Kreis der Stadt zählte die Polizei 450 Einsätze. Das Wasser überflutete Keller und Tiefgaragen. Auch in die Hauptfeuerwache in Heilbronn lief Wasser. Bei einem Freiluft-Konzert konnte die Sängerin Sarah Connor nicht auftreten. „Das Konzert wurde witterungsbedingt noch vor Beginn abgesagt“, sagte ein Sprecher der Polizei. Rund 3500 Fans waren erwartet worden.

In Regensburg räumten 3000 Besucher nach Angaben der Polizei besonnen ein Festival-Gelände. Auch im oberfränkischen Marktleuthen brachen die Veranstalter eine Veranstaltung ab. Etwa 600 Menschen mussten das Gelände auf Anweisung der Behörden verlassen.

Glück hatte ein 19 Jahre alter Autofahrer in Bernhardswald bei Regensburg: Ein umstürzender Baum fiel auf die Windschutzscheibe und das Dach auf der Beifahrerseite seines Wagens. Der Mann war der Polizei zufolge im letzten Moment auf die Fahrspur der Gegenrichtung ausgewichen und kam deshalb mit einem leichten Schock davon. Ein chaotisches Bild bot sich auch in Nordrhein-Westfalen. Stark betroffen waren das Rheinland, das Ruhrgebiet, der Kreis Mettmann und der Rhein-Sieg-Kreis. 15 Flugzeuge, die in der Nacht zum Sonntag am Flughafen Köln/Bonn landen sollten, wurden umgeleitet.

In der Innenstadt von Düsseldorf hatten 350 Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden mit vollgelaufenen Kellern, Unterführungen und Tiefgaragen zu kämpfen. Auf dem Gelände des Uniklinikums stieg das Wasser im Raum einer Trafostation bedrohlich an.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind die Saunatemperaturen erst einmal vorbei, das Unwetterrisiko bleibt aber. Vor allem im Süden Deutschlands ist weiterhin mit heftigen Gewittern und Dauerregen zu rechnen. dpa

Info: Aktuelle Prognosen unter morgenweb.de/wetter

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