Vermischtes

EU-Vorstoß Wissenschaftler gegen dauerhafte Sommerzeit

Forscher mit Bedenken

München/Berlin.Im Sommer eine Stunde vor, im Winter eine Stunde zurück – viele Menschen leiden unter der Zeitumstellung. Die EU-Kommission will vorschlagen, sie abzuschaffen. Wissenschaftler begrüßen das grundsätzlich. Viele Forscher warnen allerdings vor der dauerhaften Einführung der Sommerzeit – sie könne fatale Folgen haben.

Die drastischsten Worte dazu findet Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München. Stelle man die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit um, werde es „riesige Probleme geben“, warnt er. „Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme – das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger.“ Vor allem Schüler und Studenten seien betroffen, weil Lernen bei zu wenig Schlaf stark eingeschränkt werde. Bei dauerhafter Sommerzeit müsse man an deutlich mehr Tagen im Dunklen aufstehen.

Die Forscher und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin sprechen sich für eine dauerhafte „Normalzeit“ aus. „Die bisherige Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten ist“, sagt der Vorsitzende Alfred Wiater.