Vermischtes

Loveparade Sieben der zehn Beschuldigten stimmen Einstellung eines der aufwendigsten Strafprozesse der Nachkriegszeit zu

Für drei Angeklagte geht es weiter

Archivartikel

Düsseldorf.Der Strafprozess um die Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg wird voraussichtlich mit nur noch drei Angeklagten fortgesetzt. Gegen die sieben anderen Beschuldigten soll das Verfahren ohne Auflagen eingestellt werden, frühestens heute, wie ein Gerichtssprecher sagte. Dabei handelt es sich um die sechs angeklagten Mitarbeiter der Stadt Duisburg sowie einen Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Drei weitere Mitarbeiter des Veranstalters lehnten die Einstellung ab. Bei einer Einstellung des Verfahrens gilt der Beschuldigte als nicht vorbestraft. Die Unschuldsvermutung gilt fort.

Der Prozess hatte im Dezember 2017 begonnen. Den Angeklagten war unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen worden. Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg wurden in einem Gedränge 21 junge Menschen zu Tode gedrückt und mehr als 650 verletzt. Gestern war der 100. Hauptverhandlungstag in dem Mammutprozess, der aus Platzgründen in einer Düsseldorfer Kongresshalle stattfindet.

Für einen der Angeklagten, die eine Fortsetzung wollen, sagte dessen Anwältin: „Er verzichtet nicht auf sein Recht, freigesprochen zu werden.“ Ein anderer sagte, für ihn kämen nur eine Verurteilung, ein Freispruch oder eine Einstellung wegen Verjährung in Frage. Er wolle sich nicht „damit abfinden, für ein ,schnelles Ende’ auf die Feststellung seiner Unschuld verzichtet zu haben“, teilte der Anwalt mit. dpa

Info: Video unter morgenweb.de/vermischtes

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