Vermischtes

Ostsee Quallen haben sich massenhaft vermehrt

Glibberige Tiere meist ungefährlich

Kiel.Über den Sand laufen, in die Wellen springen, baden und planschen. Was für ein toller Sommerspaß. Doch plötzlich schwimmt da etwas Glibberiges im Wasser: eine Qualle! Genauer gesagt, geht es meist nicht um eine einzelne Qualle. Sondern um eine ganze Menge davon. Das gilt jedenfalls gerade an der Ostsee. Dort sind von diesen Lebewesen viel mehr unterwegs als in den vergangenen Jahren, berichten Forscher. „Dies ist ein sehr gutes Quallenjahr“, sagt die Fachfrau Cornelia Jaspers. Sie weiß, was sich im Meer alles tummelt und warum.

Die häufigste Quallenart in Ostsee und Nordsee ist die Ohrenqualle. Sie ist flach, etwa so groß wie ein Teller und harmlos. Auch die für Menschen ungefährlichen Rippenquallen tauchen inzwischen häufiger auf. Sie fressen allerdings den Fischen ihre Nahrung weg. Deshalb sind sie ein Problem. Die Feuerqualle ist zwar seltener. Aber eine Begegnung mit ihr kann unangenehm sein. Denn zum Beutefang schießt sie Nesselfäden ab. Auf menschlicher Haut kann das brennen!

Die Rippenqualle braucht Salz, um sich fortzupflanzen, und davon enthält die Ostsee im Moment recht viel. Denn im Winter war eine Menge sehr salziges Wasser unter anderem aus der Nordsee in die Ostsee geströmt. Normalerweise überleben Quallen den Winter im kalten Wasser der Ostsee nicht. Doch in den vergangenen Jahren sind die Winter wärmer geworden. Etwa fünf Grad Celsius war das Wasser in diesem Jahr kalt. Sonst hatte es zwei, drei Grad. Damit steigen die Überlebenschancen der Quallen.

„Es gibt sie ja schon seit 550 Millionen Jahren, das sind sehr ursprüngliche Lebewesen“, erklärt Cornelia Jaspers. Die Quallen haben zwar kein Gehirn und kein Blut. Aber sie reagieren zum Beispiel auf Licht. Und sie können ihre Verletzungen sogar teilweise selbst reparieren. Ein abgerissener Tentakel etwa wächst einfach nach. dpa

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