Vermischtes

Brauchtum Das Trend-ABC rund um Weihnachten zeigt, wie Corona beliebte Fest-Traditionen durcheinanderwirbelt

Glühwein zum Mitnehmen und Plätzchen mit Salzkaramell

Archivartikel

Berlin.Abgesagte Weihnachtsmärkte, erst Teil-Lockdown, dann harter Lockdown: Das Corona-Jahr ist anders, hat aber dennoch seine Trends im Dezember. Ein kleines Weihnachtslexikon 2020 von A bis Z:

A wie AHACL: Statt des Weihnachtsmann-Ausrufs „Ho Ho Ho“ dominieren diesmal A wie Abstand, H wie Hygiene, A wie Alltagsmaske.

B wie Betriebsweihnachtsfeier: Sie fiel dieses Jahr zumindest in der alten Form aus – Ersatz waren Online-Feiern, die am besten in kleiner Gruppe funktionieren und einen Moderator brauchen. Prost am PC!

C wie Christkind: Das Nürnberger Christkind grüßte täglich aus dem Internet in einem digitalen Adventskalender, zweimal die Woche war es telefonisch erreichbar.

D wie Dinkelmehl: Das Basismehl Type 405 ist nach wie vor das am häufigsten verwendete Mehl. Doch Weizenmehl Type 550 und Dinkelmehl Type 630 haben im Corona-Jahr aufgeholt.

E wie Ente oder Gans to go: Den Festtagsbraten oder aber zumindest einmal im Advent den Sonntagsbraten zu bestellen und zum Aufwärmen liefern zu lassen, ist inzwischen ein stattlicher Markt geworden.

F wie Fotokalender: Individuell gestaltete Adventskalender oder Jahreskalender erzeugen Nähe in Zeiten des Abstandhaltens.

G wie Glühwein zu Haus: Da die Weihnachtsmärkte dieses Jahr ausfielen, gab es zunächst nur Glühwein to go an Ständen oder gleich nur das süße Heißgetränk mit Umdrehungen im heimischen Wohnzimmer.

H wie Hyggelig: Kerzenschein, warmer Kakao, Lebkuchen, Kuscheldecke, ein Adventskranz, die smarte Weihnachtsbeleuchtung per App vom Sofa steuern, nachhaltige Deko überall – 2020 soll es besonders gemütlich sein oder hyggelig, wie man in Dänemark sagt.

I wie Ingwershots: Das Immunsystem zu stärken, ist in. Gut geht das mit gepresstem Ingwer und Kurkuma. Wem das zu scharf ist, verdünnt mit Apfel- oder Orangensaft.

J wie Jahreswechsel: Viele wollen, dass das schwierige Jahr 2020 einfach nur schnell zu Ende geht. Auch Silvesterpläne bleiben klein.

K wie Kekse: Für viele zählen nur Klassiker. Angesagt scheint 2020 aber alles mit Salzkaramell.

L wie Luke Mockridge: Die Netflix-Miniserie „Über Weihnachten“ mit Luke Mockridge ist ein Hit. Vor allem Oma Hilde (Carmen-Maja Antoni) erntet Lacher: „Das wärmste Jäckchen ist immer noch das Cognäckchen.“

M wie Mariah Carey: Sie ist der globale Weihnachtspopstar. Ihr Song „All I Want for Christmas Is You“ ist alle Jahre wieder ein Hit. Neu 2020: „Mariah Careys magische Weihnachtsshow“ bei Apple TV+.

N wie Naked Cake: Um nicht noch mehr Corona-Kilos zu bekommen, sind sogenannte nackte Torten oder Kuchen angesagt – also ohne Ganache, Fondanthülle oder andere Cremes von außen.

O wie Ohrwurm: Künstler wie Martina Brandl und Martin Rosengarten haben ein Corona-Lied zum Fest produziert: „Wir alle brauchen dieses Jahr ‘n kleines bisschen mehr: Lametta!“

P wie Paketbotentrinkgeld: Benimmregel in Onlinehandel-Boomzeiten ist es, dem Paketboten im Treppenhaus oder Vorgarten entgegenzugehen oder wenigstens ein Trinkgeld für ihre Dienste zu geben.

Q wie Quatschmacher: Über heiligen Ernst des Festes lassen sich gute Gags machen. Beliebt sind etwa die Cartoons von Ralph Ruthe mit Weihnachtsmann und Rentier Rudolph. Comedian und Youtuber Freshtorge ließ seine Figuren Helga und Marianne über Lockdown-Weihnachtsregeln schwadronieren.

R wie Räuchermännchen: Die Feinstaub-Debatte lässt die erzgebirgische Tradition (Raachermannel/Räuschormännl) ein bisschen out erscheinen. Ein Familienbetrieb aus Seiffen entwarf jedoch Virologe Christian Drosten als Räuchermännchen – samt weißem Kittel und Mund-Nase-Schutz.

S wie Streaming: Nie war es so leicht, jeden Tag einen Weihnachtsfilm zu gucken. Besonders gelungen und auf der Höhe der Zeit: die norwegische Netflix-Miniserie „Weihnachten zu Hause“.

T wie Tannenbaum: Viele machten es sich 2020 früher als sonst gemütlich und holten den Weihnachtsbaum vor Heiligabend in die Stube.

U wie Ugly Christmas Sweater: Wilde, übertriebene, hässliche Weihnachtspullover sind ein Trend. Vor allem Männer machen sich gerne zum Elch damit.

V wie Veganes Backen: Ausschließlich pflanzliche Lebensmittel einzusetzen, liegt im Trend. Mittlerweile gibt es sogar Sahnesteif oder Tortenguss in Vegan. Es gibt auch verschiedene Sorten Ei-Ersatz, zum Beispiel auf Basis von Süßlupinenmehl.

W wie Würstchen: Egal, ob aus Fleisch oder auf Basis von Seitan, Tofu oder Erbsen: Würstchen bleiben ein Heiligabendklassiker.

X wie X-mas: Die englische Abkürzung für Christmas (Weihnachten) ist bei vielen Menschen im deutschsprachigen Raum inzwischen sehr üblich.

Y wie Yougov-Umfrage: Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, dass 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland den Besuch von Weihnachtsmärkten vermissen.

Z wie Zimtstangen: Zimt gehört zu den beliebtesten winterlichen Gewürzen. Warum statt mit einem Löffel den Kaffee nicht mal mit einer Zimtstange umzurühren? dpa

Zum Thema