Vermischtes

Wissenschaft Sechs Forscher teilen sich Nobelpreise für Physik und Chemie

Gut für Umwelt und Patienten

Stockholm.Mit der Evolution als Vorbild haben drei Proteinforscher Möglichkeiten für eine umweltfreundlichere Herstellung von Arznei- und Biokraftstoffen geschaffen – und bekommen dafür nun den Nobelpreis für Chemie. Die mit etwa 870 000 Euro dotierte Auszeichnung geht zur Hälfte an die US-Amerikanerin Frances Arnold (62) und zur anderen Hälfte an ihren Landsmann George Smith (77) sowie den Briten Gregory Winter (67), wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gestern in Stockholm mitteilte.

Es sei den drei Forschern gelungen, die Evolution zu kontrollieren und für Zwecke einzusetzen, die der Menschheit größten Nutzen gebracht haben. Als „Star des Enzym-Engineerings“ bezeichnet das Nobelkomitee die US-Amerikanerin Frances Arnold. Mit ihrem Verfahren können Moleküle wie Proteine oder DNA optimiert werden. Maßgeschneiderte Enzyme werden etwa zur Produktion von Arznei- oder Biokraftstoffen genutzt – die damit häufig umweltfreundlicher wird.

George Smith entwickelte eine Methode, bei der sogenannte Bakteriophagen – Viren, die Bakterien infizieren – genutzt werden, um neue Proteine entstehen zu lassen. Dieses Phagen-Display genannte Verfahren nutzte Gregory Winter in Cambridge, um gezielt Antikörper für bestimmte Zwecke zu entwickeln.

Am Dienstag hatten drei Laser-Experten für die Entwicklung hochpräziser Werkzeuge aus Licht den Nobelpreis für Physik zuerkannt bekommen. Eine Hälfte des Preises geht an den US-Amerikaner Arthur Ashkin (96). Der Franzose Gérard Mourou (74) und die Kanadierin Donna Strickland (59) teilen sich die zweite Hälfte.

Von der Erfindung, die Mourou und Strickland erarbeiteten, profitieren Millionen Patienten weltweit. Am bekanntesten dürfte die Abtragung von Hornhaut durch Laser sein. Mit der von Ashkin entwickelten optischen Pinzette lassen sich einzelne Bakterien, Viren und lebende Zellen mit Laserstrahlen festhalten und bewegen. dpa