Vermischtes

Gesellschaft Unkonventionelle Trauerfeier zum Tod von Rallyefahrerin Heidi Hetzer

„Gute Fahrt“ zum Abschied

Archivartikel

Berlin.In einer unkonventionellen Trauerfeier in der Berliner Gedächtniskirche haben Familie und Freunde gestern Abschied von Weltenbummlerin Heidi Hetzer genommen. Die Rallye-Fahrerin war zu Ostern mit 81 Jahren in ihrer Berliner Wohnung gestorben.

Bis Mitte April war Hetzer noch mit einem rosa Jeep auf einer längeren Afrika-Tour. Zuvor war sie zweieinhalb Jahre lang mit ihrem Oldtimer „Hudo“ – einem Hudson Greater Eight, Baujahr 1930 – um die Welt gereist. Fast vier Millionen Fans verfolgten ihre Reisen über soziale Medien.

Hetzers Energie und ihr Humor werden in der Kirche noch einmal lebendig. Pfarrerin Kathrin Oxen gibt zu, dass es ihr schwerfalle, die Kurve zur Bibel zu kriegen. „Da ist keine Rede von Autos.“ Vor dem Altar stehen sieben Handtaschen in Auto-Form – ihr Markenzeichen. „Ich hab ihr in den 70er Jahren mal gesagt: Du bist Feministin“, erinnert sich ihr Ehemann Robert Mackay. „Da hat sie gefragt: „Wat is dat denn?“„. Zum Abschied sagt Mackay: „She did it her way.“ („Sie machte es auf ihre Weise“).

Weather-Girls-Sängerin Ingrid Arthur singt Leonard Cohens „Halleluja“ als Gospel. Ein Oldtimer-Freund erzählt noch, wie er Heidi Hetzer bei einer Panne im strömenden Regen einmal einen Schirm angeboten habe. Ihre Antwort lautete: „Gib mir den Ringschlüssel, den 14er.“ Zum endgültigen Abschied heißt es dann ganz schlicht: Gute Fahrt!