Vermischtes

Verbrechen Sexualverbrechen in Freiburg und München beschäftigt die Polizei

Haftbefehl bringt Innenminister in Not

Archivartikel

Freiburg/München.Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg bringt ein zunächst nicht vollstreckter Haftbefehl gegen einen Verdächtigen den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Erklärungsnot. Die Oppositionsparteien FDP und SPD forderten Aufklärung dazu, warum der Haftbefehl vom 10. Oktober zunächst nicht vollzogen wurde. Der schwere sexuelle Übergriff geschah in der Nacht zum 14. Oktober.

Die 18 Jahre alte Studentin soll nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft – sieben Syrer im Alter von 19 Jahren bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Die am Opfer gefundenen Körperspuren, Vernehmungen und verdeckte Maßnahmen führten die Ermittler zur Festnahme der acht Männer.

Aufenthaltsort nicht bekannt

Der Mann, gegen den bereits der Haftbefehl wegen eines anderen Deliktes vorlag, soll mit der 18-Jährigen die Disco verlassen haben. Der Haftbefehl wurde erst am 21. Oktober vollstreckt – obwohl nach Angaben der „Bild“-Zeitung auf dem Haftbefehl vermerkt war, dass der Mann als Intensivtäter einzuschätzen sei. Das Innenministerium in Stuttgart hatte ermittlungstaktische Gründe dafür angeführt, dass der Haftbefehl nicht sofort umgesetzt wurde. Am Dienstag teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Freiburg mit, der Grund habe darin gelegen, dass der Aufenthaltsort des Mannes nicht sicher bekannt gewesen sei. Heute Vormittag (10.30 Uhr) wollen sich die Staatsanwaltschaft in Freiburg und die Polizei in einer Pressekonferenz zu dem Fall äußern. Geplant sind Erläuterungen zum Ermittlungsverfahren, wie es in einer Mitteilung hieß.

In München beschäftigt die Staatsanwaltschaft ein möglicherweise größeres Sexualverbrechen an einer Jugendlichen. Es gebe ein Ermittlungsverfahren, fünf Verdächtige seien in Untersuchungshaft, bestätigte ein Sprecher am Mittwoch. Weitere Einzelheiten wollte er nicht machen.

Gestern gab es zunächst keine weiteren Auskünfte der Staatsanwaltschaft. Bis in die nächste Woche hinein sind Befragungen des mutmaßlichen Opfers sowie von Verdächtigen und Zeugen geplant. Diese sollten nicht durch Veröffentlichungen von vorläufigen Ermittlungsergebnissen beeinflusst werden.

Mehrfach an Mädchen vergangen

Nach Medienberichten von Bayerischem Rundfunk, „Abendzeitung“, „Münchner Merkur“ und „tz“ handelt es sich bei dem mutmaßlichen Opfer um eine 15-Jährige, bei den Verdächtigen um anerkannte Asylbewerber aus Afghanistan. Im September hätten sich sechs junge Männer jeweils einzeln an verschiedenen Orten und an verschiedenen Tagen an der Jugendlichen vergangen.

Die 15-Jährige, die in einer Betreuungseinrichtung lebte, sei womöglich durch Drohungen gefügig gemacht worden. Schließlich habe sich die junge Frau ihrer Betreuerin anvertraut. dpa