Vermischtes

Gericht 29-Jähriger verletzte sieben Menschen vor Diskothek

Haftstrafe für Fahrt in Passanten

Stade.Im Prozess um eine Autofahrt in eine Menschengruppe ist ein 29-Jähriger zu vier Jahren Haft verurteilt worden. „Die Kammer konnte nicht feststellen, dass der Angeklagte sich bewusst war, dass er Menschen töten könnte“, hieß es gestern vor dem Landgericht Stade in der Urteilsbegründung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der 29 Jahre alte Syrer am 26. November trotz eines „Blutalkoholwerts von 2,5 Promille“ hinter das Steuer seines Wagens setzte und damit in eine Menschengruppe vor der Diskothek „Flair“ in der Cuxhavener Innenstadt fuhr. Sieben Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Der Syrer wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verurteilt.

Stark alkoholisiert

Er hatte mit Freunden in dem Club gefeiert. Sie sagten während des Prozesses als Zeugen aus und gaben an, dass der Beschuldigte so stark alkoholisiert gewesen sei, dass er weder die Garderobenmarke aus seiner Tasche holen noch aufrecht gehen konnte. Nachdem sie die Diskothek verlassen hätten, habe er zunächst auf dem Rücksitz des Wagens Platz genommen, dann aber nach einem Streit seinem Freund den Schlüssel abgenommen und sei unbemerkt losgefahren. „Dabei war ihm bewusst, dass er in Folge seines Alkoholkonsums nicht in der Lage war, das Auto zu fahren“, urteilte die Kammer. Er sei von Freunden mehrfach darauf hingewiesen worden.

Schließlich sei er in die Fußgängerzone abgebogen, in der sich auch die Diskothek befindet. „Er beschleunigte das Fahrzeug auf etwa 45 Stundenkilometer und fuhr geradeaus in die ahnungslose Gruppe hinein“, gab der Richter an. Dabei habe er nicht abgebremst oder versucht, den Personen auszuweichen. „Er versuchte aber auch nicht, gezielt Menschen umzufahren“, hieß es in der Urteilsbegründung weiter. Am Ende sei der Wagen gegen eine Betonmauer gefahren. Der Vorsitzende Richter sagte, es handle sich „hierbei um eine Straftat eines ansonsten vorbildlichen und gut integrierten jungen Mannes“.