Vermischtes

Wetter Klimaforscher erwarten häufigere Extremsommer mit großer Hitze und Starkregen / Heftige Unwetter überraschen Hessen

Heißzeit könnte Normalität werden

Hamburg/Potsdam/Offenbach.Die Dauerhitze in Deutschland zeigt seit Wochen Schattenseiten – und in Zukunft müssen wir uns auf noch viel mehr Hitzetage und tropische Nächte einstellen. Davon sind Klimaexperten überzeugt. „Es wird weiterhin schöne und schlechte Sommer geben, aber die extremen Sommer werden häufiger auftreten“, sagt Daniela Jacob, Direktorin am Climate Service Center in Hamburg. Das Institut ist eine Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in Schleswig-Holstein. Ob beim Städtebau oder in der Landwirtschaft – überall brauche es Anpassung an das Extremwetter. „Wir müssen heute handeln“, betont die Professorin.

Bereits zur Mitte des Jahrhunderts wird es nach Worten von Jacob in Deutschland mehr Hitze- und Dürreperioden sowie Starkregen und heftigere Stürme geben. Die Gefahr einer Heißzeit kann aus Sicht von Klimaforschern selbst beim Einhalten des Pariser-Klimaabkommens nicht ausgeschlossen werden. Dabei würde sich die Erde langfristig um etwa vier bis fünf Grad Celsius erwärmen und der Meeresspiegel um zehn bis 60 Meter ansteigen, schreibt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Ein internationales Team von Wissenschaftlern diskutiert diese Möglichkeiten in den „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) und blickt dabei insbesondere auf Kippelemente im Klimasystem.

Dazu gehören laut Studie etwa die auftauenden Permafrostböden in Russland, die sich erwärmenden Methanhydrate auf dem Meeresboden und die großen Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald. Sie könnten sich wie eine Reihe von Dominosteinen verhalten.

In Teilen Hessens kam es in der Nacht zu gestern zu heftigen Unwettern. Vor allem in dem Ort Kirchhain bei Marburg liefen viele Keller voll und Dächer wurden abgedeckt, wie Kreispressesprecher Stephan Schienbein am frühen Morgen sagte. Auch im nördlichen Kreis Bergstraße und dem südlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg hatte es Starkregen gegeben. Straßen waren zeitweise überflutet, viele Keller standen unter Wasser, zahlreiche Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. dpa