Vermischtes

Hessische Umweltministerin unter Druck

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) steht in der Affäre um keimverseuchte Wurstwaren des nordhessischen Anbieters Wilke zunehmend unter politischem Beschuss. Die Oppositionsparteien SPD, FDP, Linke und AfD kritisierten am Dienstag massiv den Umgang ihres Hauses mit den Informationen über den Skandal. Vor allem sei es unverständlich, dass das Umwelt- und Verbraucherschutzministerium erste Hinweise des Robert-Koch-Instituts über einen Listerien-Verdacht bei Wurstwaren erst eine Woche später an die zuständigen Behörden vor Ort weitergegeben habe. Dafür trage Hinz die politische Verantwortung, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Günter Rudolph. Die Linke forderte in einem dringlichen Berichtsantrag Auskunft von der Ministerin im Umweltausschuss des Landtags.

Hinz selbst kündigte im Hessischen Rundfunk an, sie wolle „den ganzen Fall natürlich aufarbeiten“. Die Grünen-Politikerin räumte ein, dass ihr Haus bereits am 12. August vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über den Listerien-Verdacht bei Wilke Wurst unterrichtet worden war. In den acht Tagen bis zur Weiterleitung der Informationen sei das Ministerium aber nicht untätig geblieben. So habe man den Verdacht erst einmal überprüfen müssen. Außerdem habe es in der Zeit Krankheitsfälle in dem Haus gegeben. Dass der Listerien-Stamm von Wilke Grund für zwei Todesfälle gewesen sei, habe das Ministerium erst Mitte September erfahren.

Hinz kündigte laut HR an zu überprüfen, ob es in der Informationskette zwischen den Behörden und ihrem Ministerium Versäumnisse gab – und wollte gegebenenfalls auch Konsequenzen daraus ziehen. Derweil kündigte das Umweltministerium an, die Einsatzgruppe Lebensmittelsicherheit werde eine Telefon-Hotline zur Rückrufaktion der Firma Wilke einrichten. Unter der Nummer 06151/12 60 82 sei sie montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr erreichbar. 

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