Vermischtes

Naturkatastrophe Transportmaschine der Bundeswehr mit Hilfsgütern gestartet

Hilfe aus Deutschland für Opfer von "Irma"

Miami/Pointe-à-Pitre.Angesichts der gewaltigen Zerstörung durch Hurrikan "Irma" läuft in der Karibik und im Süden der USA eine riesige Hilfs- und Aufräumaktion. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von der "größten Luftbrücke seit dem Zweiten Weltkrieg", die zur Versorgung der Sturmopfer in der Karibik eingerichtet worden sei. Der niederländische König Willem-Alexander erklärte, die Verwüstung übersteige "alle Vorstellungskraft".

Die Bundesregierung schickte ein Krisenteam in die USA. Die 31-köpfige Rettungsmannschaft traf gestern dort ein. Dazu gehörten Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks, teilte das Auswärtige Amt mit. Ein A400M-Transportflugzeug der Bundeswehr brach zudem mit Hilfsgütern an Bord nach Curaçao auf.

Krisenzentrum in Atlanta

Bis zu 200 000 deutsche Staatsangehörige halten sich nach Angaben des Außenamts in Florida auf. Auch in der Karibik seien Deutsche von dem Sturm betroffen. So sollen mit dem A400M in den nächsten beiden Tagen auf der karibischen Insel Sint Maarten/Saint-Martin gestrandete Deutsche ausgeflogen werden. In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia sei zudem ein regionales Krisenzentrum zur Hilfskoordination eingerichtet worden. Das Generalkonsulat Atlanta sei personell verstärkt worden.

Schätzungen zufolge hat der Hurrikan allein auf der Inselgruppe der Florida Keys (USA) ein Viertel aller Häuser zerstört. Das US-Verteidigungsministerium schickte einen Flugzeugträger zu den Inseln, um die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen.

"Irma" war am vergangenen Mittwoch als Hurrikan der höchsten Stufe 5 auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Seither hielt er die Gegend in Atem. Er ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Insgesamt kamen mindestens 48 Menschen ums Leben.

Einige Karibikinseln wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten. Der niederländische König Willem-Alexander sagte bei einem Besuch auf Sint Maarten: "So etwas habe ich noch nie gesehen. Und ich habe ziemlich viel Naturgewalt und Kriegsgewalt gesehen."

Frankreichs Präsident Macron erklärte, rund 1900 bewaffnete Sicherheitskräfte und Hilfsgüter hätten auf die von "Irma" heimgesuchten Inseln Saint-Martin und Saint Barthélémy gebracht werden können. Der 39-Jährige begann gestern in Pointe-à-Pitre auf der Karibikinsel Guadeloupe einen Krisenbesuch.

Im Süden das USA wird das Ausmaß der Schäden nach und nach sichtbar. Die Katastrophenschutzbehörde Fema schätzt, dass auf der Inselgruppe der Florida Keys rund ein Viertel aller Häuser zerstört ist. Die übrigen etwa 65 Prozent hätten große Schäden erlitten, sagte Fema-Direktor Brock Long.

15 Millionen Menschen ohne Strom

"Im Grunde ist jedes Haus auf den Keys auf irgendeine Art betroffen." Die Inselgruppe war am Sonntagmorgen (Ortszeit) direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Das Weiße Haus rechnete damit, dass Bewohner möglicherweise über Wochen nicht zurückkehren können.

In dem gesamten Bundesstaat waren am Dienstag 15 Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. In Georgia starben in Folge des Sturms drei Menschen. In South Carolina gab es ein Todesopfer. Damit stieg die Zahl der Toten Schätzungen von US-Medien zufolge auf elf. (dpa)