Vermischtes

Mallorca Unwetter fordert mindestens zehn Tote / Einwohner sprechen von dramatischen Anblicken

„Ich bin ums Überleben geschwommen“

Palma.Ein verheerendes Unwetter mit sintflutartigem Regen hat am Dienstag auf Mallorca mindestens zehn Menschen getötet. Wassermassen verwandelten mancherorts Straßen in reißende Flüsse. Unter den Todesopfern seien zwei britische Urlauber, teilte ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil auf der spanischen Insel gestern mit. Sechs Menschen würden noch vermisst und gesucht, hieß es. Betroffen war in erster Linie der Osten der Insel. Innerhalb von nur zwei Stunden stürzten dort am Dienstagabend nach jüngsten Angaben des Wetterdienstes 233 Liter Wasser vom Himmel. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr sind in Deutschland im Schnitt 850 Liter pro Quad-ratmeter heruntergegangen.

Dramatische Szenen gab es vor allem in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es mehrere Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Zahlreiche Autos wurden mitgerissen und Häuser unter Wasser gesetzt. Bewohner versuchten verzweifelt, das Wasser mit Eimern aus ihren Häusern zu schippen.

Betroffene erzählten von dramatischen Erlebnissen: „Ich bin ums Überleben geschwommen“, sagte im Fernsehen ein junger Mann, dem die Panik noch in den Augen stand. Rentner Manuel Torescussa wurde von den Wassermassen in seinem Auto erwischt. „Ich konnte gerade noch aus einem Fenster ins Freie klettern und musste dann 500 Meter schwimmen, fast meine gesamte Kleidung blieb dabei an einem Metallzaun hängen“, sagte er der Zeitung „Diario de Mallorca“. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Sant Llorenç, Antonia Bauza, sprach von einer „katastrophalen Lage“. „Es war dramatisch. Man muss es erlebt haben, um zu wissen, wie schlimm es war.“

Ortschaften ohne Strom

Sieben Landstraßen waren gestern Nachmittag nach Angaben der Behörden noch unbefahrbar, einige Ortschaften nach Medienberichten ohne Strom- und Wasserversorgung und von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten. Überall entwurzelte Bäume, heruntergerissene Stromleitungen und Verkehrsschilder, zerstörte Häuser und Felder. Wasser und Schlamm, umgekippte und aufeinandergetürmte Fahrzeuge. Ein TV-Reporter vor Ort sprach von „gespenstischen Skulpturen“. dpa