Vermischtes

Unwetter Hurrikan „Florence“ abgeschwächt / Gefahr bleibt groß

„Ich hoffe, dass alle am Leben bleiben“

Washington/Miami.Hurrikan „Florence“ bewegt sich trotz verminderter Windstärke mit großer Zerstörungskraft auf die Südostküste der USA zu. Lebensgefährliche Sturmfluten und heftige Regenfälle drohen unter anderem in den Bundesstaaten North und South Carolina, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum gestern mitteilte.

Seit Tagen wappnen sich die Menschen an der US-Ostküste für die Ankunft eines der wohl heftigsten Wirbelstürme seit Jahren, Hunderttausende haben bereits ihre Wohnungen verlassen und suchten Unterschlupf bei Verwandten, Freunden oder in Notunterkünften. US-Medien sprachen von deutlich mehr als einer Million Menschen, die die Küstenregion verlassen sollten, und von insgesamt mehreren Millionen Betroffenen.

Fluten von bis zu vier Metern

Mit Windgeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde ziehe der Sturm nun über den Atlantik in Richtung Küste, sagte die Behörde weiter. Die Stärke des inzwischen auf Kategorie 2 herabgestuften Wirbelsturms werde sich voraussichtlich nur noch geringfügig ändern, bis er auf Land treffe, hieß es. Meteorologen hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der höchsten Stärke 5 entwickeln, also Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern erreichen könnte.

Es werde bis zu einem Meter Regen erwartet. Die Regenfälle könnten etwa vier Tage andauern, schrieb CNN. Mehrere Bundesstaaten, die nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA, die US-Streitkräfte und Versorgungsunternehmen arbeiten rund um die Uhr, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten. „Es könnte Rekordfluten geben“, sagte der amtierende Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ed Rappaport. „Es wird ein Sturm werden, an den man sich erinnern wird. Ich hoffe, dass alle am Leben bleiben.“

Die Behörde warnte, eine lebensbedrohliche Sturmflut, bei der sich Wassermassen von der Küste ins Landesinnere bewegen, sei „sehr wahrscheinlich“. Überschwemmungen auch über längere Zeiträume würden erwartet. Sturmfluten von bis zu vier Metern seien möglich, hieß es.

Schon gestern liefen in ersten Orten die Straßen voll Wasser, nachdem der Meeresspiegel angestiegen war. In der Nähe der Stadt Wilmington (North Carolina) nahm der Stromversorger Duke Energy ein Kernkraftwerk vorsorglich vom Netz. US-Medien verglichen „Florence“ schon vor seiner Ankunft mit Wirbelstürmen wie „Katrina“, der 2005 Tod und Schrecken über die Südstaaten gebracht hatte. dpa