Vermischtes

Freizeitpark

Im Legoland gibt es Geisterspiele mit Zuschauern

Archivartikel

Günzburg.Wer das Legoland in Günzburg kennt, muss schon zweimal hinschauen. Normalerweise spielen dort die Roten gegen die Blauen im Miniland. Fußball-Rekordmeister FC Bayern München versucht, gegen den TSV 1860 München seiner Favoritenrolle gerecht zu werden – in Miniaturversion versteht sich. Zurzeit ist das aber ganz anders. Die Spieler sehen nicht nur so ausgemergelt aus, als habe ihnen die knüppelharte Saison die letzten Körner gekostet. Nein, an ihnen hängt nicht einmal ein letzter Fetzen Haut. Die Erklärung ist ganz einfach: Im Oktober ist im Familien-Freizeitpark zwischen Ulm und Augsburg alles etwas anders. Gruselige Kürbisköpfe setzen mit ihren grimmigen Grimassen alles daran, das aus Skeletten bestehende gegnerische Team aus dem Spiel zu nehmen.

Zum ersten Mal feiert das Legoland in diesem Jahr nicht nur am 31. Oktober Halloween, sondern die Besucher können sich vier Wochen lang nach aller Herzenslust gruseln – oder sich den eigenen nicht ganz ernst gemeinten Ängsten stellen. „Halloween ist einfach ein Thema, das auch bei uns in Deutschland immer mehr kommt. Kinder und Jugendliche haben das in ihrem Kopf“, sagt Marion Pachmann, Senior PR-Managerin des Parks. „Sie wollen austesten: Bis zu welchem Punkt gruselt es mich nicht? Und wann ist dieser überschritten? Sie lieben es, sich zu erschrecken und herumzugeistern.“

Im Miniland, dem Herzen des Freitzeiparks, wartet die Fantasiewelt aus Steinchen sogar mit einer Weltneuheit auf: dem ersten Geisterspiel mit Zuschauern! Während die Bayern in der echten Allianz-Arena zuletzt auf Fan-Unterstützung infolge der Corona-Pandemie verzichten mussten, platzt das Stadion im Legoland aus allen Nähten – und im Gegensatz zu den Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga stehen sich hier echte Geister, Skelette, Hexen und Kürbisköpfe gegenüber. An den Oktober-Samstagen geht der Halloween-Grusel sogar in die Verlängerung: An den ersten drei hat der Park bis 20 Uhr geöffnet, am 24. Und 31. Oktober bis 19 Uhr. Bei den „Halloween-Nights“ wird eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, Lichtprojektionen unterstützen in der Dämmerung den Gruselfaktor. Zudem gibt es verschiedene Aktionen.

Auch am Tag ist der Park der Jahreszeit entsprechend dekoriert. 6650 Kürbisse wurden platziert, an allen Ecken und Enden tauchen riesengroße (Plüsch-)Spinnen auf. Und überall finden sich Beweise, dass die Modellbauer nicht untätig geblieben sind. Über zwei Monate – nicht jeden Tag, aber doch kontinuierlich – wurde an der Dekoration herumgeschraubt, gebastelt und ausgetauscht. 80.000 Legosteine wurden verwendet, um den Freizeitpark auf Halloween zu trimmen.

Das Legoland nimmt zufrieden zur Kenntnis, dass der Ticketverkauf ab der zweiten Oktoberwoche angezogen hat. Lange Warteschlangen sind an den Fahrgeschäften allerdings nicht zu erwarten. Das bis ins Detail geplante Hygienekonzept sieht eine Parkauslastung von etwas mehr als 50 Prozent vor. Beeinträchtigungen gibt es kaum. Die Polizeistation mit ihrem Spiegellabyrinth hat derzeit geschlossen. Dass Kinder im Wartebereich mit Legosteinen nach Herzenslust bauen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, ist in Corona-Zeiten illusorisch. Die Gesundheit der Besucher soll an erster Stelle stehen. „Wir sind bei unserem Hygienekonzept jede Attraktion einzeln durchgegangen“, betont Pachmann. Dass beim Anstehen und auch während der Fahrt eine Maskenpflicht besteht, erklärt sie so: „Ein Freudenschrei kann bei einer wilden Fahrt genauso wenig ausgeschlossen werden wie eine Nießattacke. Wir wollen auf Nummer sicher gehen.“

Wegen des Coronavirus musste das Legoland seinen Saisonstart verschieben. Da es erst wieder am 30. Mai öffnen konnte, verlor es ganze zwei Monate. Diese lassen sich aufgrund der Kapazitätsbeschränkung in diesem Jahr nicht mehr reinholen. Statt wie in normalen Jahren Gäste aus bis zu 124 Nationen begrüßen zu können, waren es in 2020 nur 52. Zwar hoffen die Günzburger auf positive Entwicklungen für 2021, sie kalkulieren aber lieber vorsichtig: „Wir rechnen auch im nächsten Jahr mit Corona-Auswirkungen“, sagt Pachmann, die einen oft bemerkten Trend bestätigt: „Der Slogan ,Urlaub im eigenen Land machen` trifft auch bei uns zu. Normalerweise haben wir 35 Prozent Inlandsbuchungen, diesen Wert konnten wir verdoppeln.“

Nicht nur Halloween, sondern auch die ganze Saison geht in diesem Jahr in die Verlängerung. Eigentlich sollte am 8. November nach dem Ende der bayrischen Herbstferien Schluss sein. In 2020 hat das Legoland den letzten Vorhang aber auf den 29. November verschoben. Freitags bis sonntags bleibt der Park im November von 10 bis 17 Uhr geöffnet. „Mit dieser Verlängerung möchten wir uns bei unseren Besuchern in dieser besonderen Saison bedanken“, sagt Geschäftsführerin Manuela Stone. „Bedingt durch das Coronavirus konnten wir erst zwei Monate später in die diesjährige Saison starten – und das mit umfassenden Hygienemaßnahmen und -vorschriften. Wir sind dankbar, dass diese von unseren Gästen so gut angenommen und unterstützt worden sind und werden.“

 

  • Das Legoland in Günzburg liegt knapp 250 Kilometer südöstlich von Mannheim.
  • Wer das Legoland ausgiebig erkunden möchte, sollte den Kauf einer ZweiTages-Karte in Erwägung ziehen. Die Übernachtung ist im anliegenden Feriendorf möglich – im Themenzimmer oder in einer der Burgen. Informationen und Preise unter www.legoland.de.
  • Verbinden lässt sich der LegolandBesuch mit einem Städtetrip. Das nur gut 30 Kilometer entfernte Ulm hat nicht nur wegen seines berühmten Münsters viel zu bieten.
Zum Thema