Vermischtes

Trauer 2014 wurde die Studentin in Offenbach attackiert – mit tödlichen Folgen / Bruder engagiert sich mit Verein gegen solche Taten

Im Namen Tugces gegen Gewalt

Archivartikel

Offenbach.Nach der Attacke mit tödlichen Folgen auf die Studentin Tugce Albayrak setzt sich ihr Bruder mit einem Verein für Anti-Gewalt-Projekte ein. „Es geht darum, dass so etwas wie bei meiner Schwester nicht wieder passiert“, sagte Dogus Albayrak. Am 15. November 2014 war die 22-Jährige auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach von einem heftigen Schlag getroffen ins Koma gefallen und knapp zwei Wochen später gestorben. Der Täter, ein damals 18-jähriger Serbe, wurde verurteilt und abgeschoben.

Dogus Albayrak sagte, der 2015 gegründete Tugce-Albayrak-Verein arbeite unter anderem mit einem Schultheaterprojekt in Frankfurt zusammen. Die Schüler sollen lernen, mit Konfliktsituationen umzugehen, sie möglichst zu vermeiden oder gegebenenfalls zu entschärfen. „Die meisten wissen gar nicht, was für ein Gewaltpotenzial ihr Gegenüber mitbringen kann“, sagte der 30-Jährige. „Heutzutage wird in manchen Rapsongs zu Gewalt aufgerufen, und es gilt als cool, wenn man im Jugendknast war.“

Nach der Tat lag die Studentin knapp zwei Wochen im Koma. An ihrem 23. Geburtstag, dem 28. November, ließen ihre Eltern die lebenserhaltenden Maßnahmen beenden. Die Tat hatte Debatten über Jugendkriminalität und Zivilcourage ausgelöst. Zunächst hatte es geheißen, die Studentin habe zwei 13-Jährigen beigestanden, die vom späteren Täter belästigt worden seien. Später wurde deutlich, dass der Tat heftige wechselseitige Beleidigungen vorangingen. Ob die Mädchen wirklich Hilfe brauchten, blieb offen. dpa

Zum Thema