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Zwischenbilanz Zahl der Ertrunkenen geht laut DLRG leicht zurück / Problem sind Bäderschließungen

Immer mehr Nichtschwimmer

Archivartikel

Haltern am See.In den ersten sieben Monaten des Jahres sind in Deutschland etwas weniger Menschen beim Baden ertrunken als im Vorjahr. Mit 250 Toten (Stand vom 20. Juli) – 29 weniger als im Vorjahreszeitraum – seien die Zahlen aber weiter dramatisch, so der Sprecher der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Wiese, am Donnerstag in Haltern am See.

Wiese kritisierte, dass viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernten. Nur knapp über 40 Prozent der Kinder könnten nach der Grundschule schwimmen. In den 1990er Jahren seien das noch nahezu 90 Prozent gewesen.

Überwiegend Männer betroffen

Sorge bereitet der Wasserrettungsorganisation auch das schleichende Bädersterben. Seit dem Jahr 2000 habe es pro Jahr im Schnitt 80 Bäder weniger gegeben, rechnet Wiese vor. Bäder seien jedoch wichtig, damit Menschen das Schwimmen erlernen könnten: „Ohne Schwimmbad keine Schwimmausbildung.“

Von tödlichen Unfällen seien ganz überwiegend Männer betroffen: Nur 19 Prozent der Toten sind demnach Frauen. Männer treibe oft der Übermut und sie überschätzten ihre Fähigkeiten, erläuterte Wiese. Daneben zählen nach seinen Worten junge Migranten zur Risikogruppe. Sie hätten einen anderen Bezug zum Wasser und schätzten es falsch ein. Fast alle 18 ertrunkenen Migranten seien Nichtschwimmer gewesen. „Das ist eine Entwicklung, die wirklich dramatisch ist und so wahrscheinlich auch weitergehen wird.“

Die meisten Menschen ertranken in Bayern. Anders als im bundesweiten Trend verzeichnete die DLRG dort 65 Tote und damit 20 mehr als im Jahr davor. Am zweithöchsten ist die Ertrunkenen-Zahl in Nordrhein-Westfalen: Dort starben laut DLRG 40 Menschen, drei Tote mehr als zur Sommerzwischenbilanz im vergangenen Jahr. In Baden-Württemberg kamen 19 Menschen ums Leben – zwölf weniger als im Vorjahreszeitraum. Zwei der Toten waren jünger als fünf Jahre alt. Landesweit starben in Hessen 15 Menschen (Vorjahreszeitraum: 24). In Rheinland-Pfalz gab es sechs Badetote, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es zehn.

Am gefährlichsten ist es an Gewässern wie Seen, Flüssen und Kanälen. So ertranken an Seen 131 Menschen. Solche Gewässer werden nicht von Rettungsschwimmern bewacht, weshalb hier viele Menschen ihr Leben verlieren, so Wiese. Bayern führe die Statistik auch wegen seiner vielen unbewachten Seen an. dpa

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