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Gesundheit Ratschläge gegen Erkältungen gibt es viele – doch nicht alle sind nützlich

Ingwer-Tee mit Honig hilfreich

Archivartikel

Berlin.Herbst und Winter sind nicht nur die Hauptsaison für Erkältungen, sondern auch für altbewährte Ratschläge zu dem Thema. Wer wurde nicht schon einmal gerügt, weil er ohne Schal und Mütze vor die Tür ging? Wem wurde noch nie das absolute Allheilmittel gegen einen Schnupfen empfohlen? Viele der oft gehörten Tipps sind wissenschaftlich jedoch umstritten.

„Zieh’ dich warm an, sonst erkältest du dich.“

Bewertung: Ein Zusammenhang ist nicht erwiesen.

Fakten: Erkältungen müssen doch eigentlich mit Kälte zu tun haben. Schließlich treten sie in den kalten Monaten besonders häufig auf. „Ein Zusammenhang zwischen Frieren und sich erkälten ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Erkältungen oder grippale Infekte werden durch Viren, nicht durch kalte Temperaturen ausgelöst. Ob die Kälte die Abwehrkräfte des Körpers so sehr schwächt, dass eine Infektion begünstigt wird, ist umstritten. Forscher fanden jedoch biologische Hinweise darauf, dass Immunzellen bei Kälte Viren schlechter bekämpfen können.

„Kalte Duschen härten ab.“

Bewertung: Möglicherweise, seltener krank wird man aber nicht.

Fakten: Wissenschaftler aus den Niederlanden gingen dieser These nach. Dabei kam heraus, dass Menschen, die anfingen auch kalt zu duschen, sich seltener krank fühlten. Bei den tatsächlichen Krankheitstagen pro Jahr gab es dagegen keine Unterschiede zu den Testpersonen, die weiterhin warm duschten.

„Händewaschen nicht vergessen.“

Bewertung: Ein guter Rat, sagen viele Experten.

Fakten: „Die Hände sind ein wichtiger Keimüberträger“, sagt der Hamburger Allgemeinmediziner Scherer. So können etwa durch Anfassen einer Türklinke Keime aufgenommen werden. Reibt man sich danach die Augen oder fasst sich an die Nase, können Erreger in die Schleimhäute gelangen. Forscher gehen davon aus, dass regelmäßiges Händewaschen die Verbreitung von Viren senken kann. Dafür sollten die Hände gründlich für 20 bis 30 Sekunden eingeseift werden.

„Du brauchst viel Vitamin C und Zink.“

Bewertung: Allenfalls geringe Vorteile.

Fakten: „Ohne Vitamin C und Zink dauert eine Erkältung eine Woche, mit Vitamin C und Zink dauert sie sieben Tage“, sagt Scherer. Im Vorfeld einer Erkrankung können sie womöglich etwas helfen: Die reguläre Einnahme von Zink reduzierte in Studien mit Kindern die Zahl der Erkältungen pro Jahr. Die regelmäßige Gabe von Vitamin C führte dagegen bei Erwachsenen nur zu einer geringeren Krankheitszeit und etwas abgeschwächten Symptomen.

„Ab ins Bett mit dir.“

Bewertung: Schlaf und Ruhe helfen gegen Erkältungen.

Fakten: Sich bei einer Erkältung Ruhe zu gönnen hat zwei Vorteile: Man steckt weniger Menschen an. Zudem hilft Schlaf dem Körper, die Erkältungsviren abzuwehren. „Körperliche Schonung ist beim akuten Infekt sinnvoll. Übermüdung und Schlafentzug können das Immunsystem schwächen“, sagt Scherer.

„Trink schön viel Ingwer-Tee mit Honig.“

Bewertung: Das kann Symptome durchaus lindern.

Fakten: Warme Getränke können Husten und den Abfluss von Schleim laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleichtern. Generell sei Trinken bei Erkältungen förderlich. Honig könne helfen, einen trockenen Rachen und gereizte Bronchien zu beruhigen. In Ingwer sind sogar Stoffe enthalten, die gegen Rhinoviren wirken, einen der häufigsten Verursacher der Erkältung. dpa

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