Vermischtes

Ernährung Chinesen greifen verstärkt nach gesünderen Lebensmitteln

Instantnudeln verschmäht

Hongkong.Den Chinesen ist der Hunger auf Instantnudeln vergangen. Zwar werden im Reich der Mitte noch immer riesige Mengen der praktisch zuzubereitenden Nudeln - einfach heißes Wasser darüber gießen und fertig - gelöffelt. So wurden 2016 beeindruckende 38 Milliarden Portionen in Hongkong und China verkauft, wie die Welt-Instant-Noodles-Assoziation berichtet. Das sind jedoch 17 Prozent weniger als im Jahr davor und sechs Milliarden weniger als im Jahr 2012.

Der Grund: Mit steigendem Einkommen wächst in China auch der Hunger auf andere, womöglich gesündere Dinge. Eine Portion Instant Noodles kommt immerhin auf 300 bis 500 Kalorien und enthält zum Teil viel Salz. Wer keine Lust hat zu kochen, kann zudem auf die inzwischen in allen chinesischen Großstädten vorhandenen Kurierdienste, die Essen nach Hause liefern, zurückgreifen. Nicht zuletzt haben Skandale die Lust auf Tütensuppen gedämpft - wie der von 2013, als der populäre Instantnudel-Hersteller Master Kong aus Taiwan einräumen musste, Öle bei der Herstellung verwendet zu haben, die gesundheitsschädliche Substanzen enthielten. Zwei Jahre später musste dann der Nahrungsmittelkonzern Nestlé seine Maggi-Nudeltüten in Indien vom Markt nehmen, nachdem in Produkttests erhöhte Bleiwerte aufgefallen waren.

Absolut betrachtet ist das bevölkerungsreichste Land der Erde China der größte Konsument von Instantnudeln; selbst wenn die Chinesen auf Reisen gehen, nach Europa oder in die USA, bringen sie ihre Nudelgerichte in Töpfchen und Tütchen mit. Wie eine Umfrage jüngst herausfand, packt jeder dritte Chinese nicht nur Kleidung in die Koffer, sondern auch Nudelsuppen.

Beim Pro-Kopf-Verbrauch liegen trotzdem andere vorne: Die Südkoreaner konsumieren pro Kopf und Jahr 76 Instant-Noodles-Packungen, gefolgt von den Vietnamesen (53) und Indonesiern (51).