Vermischtes

Indonesien Polizei geht gegen Plünderer vor / Opferzahl steigt weiter

Internationale Hilfe erreicht Tsunami-Gebiet

Archivartikel

Palu.Knapp eine Woche nach den Erdbeben und dem verehrenden Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi mit mehr als 1400 Toten kommt dort allmählich die internationale Hilfe an. Erste ausländische Flugzeuge erreichten gestern das Land. 20 Maschinen aus elf verschiedenen Ländern sollten Hilfsgüter bringen und Überlebende ausfliegen, wie der Chef der indonesischen Luftwaffe, Yuyu Sutisna, erklärte. Es hatte sich Frust breit gemacht über die – aus Sicht vieler – zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf diese Katastrophe. Es fehlte außerdem vielen am Nötigsten.

Mehrfach wurden Geschäfte auf Sulawesi geplündert. Auch von Warnschüssen der Polizei und von Tränengas ließen sich die notleidenden Menschen nicht abhalten. Mindestens 87 Plünderer wurden festgenommen. Die Armee warnte, sie werde auf Menschen schießen, die Hilfsgüter plünderten.

Von Schlamm verschluckt

Die Geschäfte blieben geschlossen, aber einige Bewohner des Katastrophengebiets bemühten sich um Normalität. Er habe Reis, Öl, Zucker und Eier im Süden der Insel bestellt, sagte Mastur, Inhaber eines Ladens im Ortes Kabenga Besar. „Sobald die Sachen ankommen, werden wir wieder verkaufen.“ Mirsan, ein weiterer Bewohner des Ortes, sagte, er sei dankbar, Hilfsgüter bekommen zu haben. Er wolle aber nicht von ihnen abhängig sein. „Ich hoffe, dass der Markt bald wieder öffnet.“

Ein Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes bezifferte die Zahl der Toten gestern auf mindestens 1424. Mehr als 2500 Menschen seien zudem schwer verletzt. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer liegt vermutlich deutlich höher. Die Leichen Hunderter Menschen, die vom Schlamm verschluckt wurden, seien noch immer nicht geborgen worden. dpa