Vermischtes

Missbrauch Polizei prüft weitere mögliche Taten

Jugendamt hatte Kontakt zu Familie

Freiburg.Trotz Hinweisen auf die sexuelle Gefährdung eines Neunjährigen aus der Region Freiburg ist der Junge nicht dauerhaft aus seiner Familie geholt worden. Bereits im März habe die Polizei den zuständigen Behörden von einer möglichen Gefahr berichtet, wie der Pressesprecher des Landratsamtes gestern mitteilte. Das Familiengericht habe den Schüler wieder nach Hause geschickt. Auch eine spätere Entscheidung des Oberlandesgerichts habe an dem Beschluss nichts geändert. Erst im September 2017 sei der Junge aus seiner Familie geholt worden, nachdem die Polizei auf den möglichen Missbrauch verwiesen habe.

Die Mutter des Jungen soll ihr Kind seit 2015 gegen mehrere Tausend Euro für Sex im Internet angeboten haben. Die 47-Jährige soll sich zudem mit ihrem 37 Jahre alten Partner an dem Kind vergangen haben. Auch sechs weitere Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Die Ermittler hatten den Missbrauchsfall am Donnerstag öffentlich gemacht. Sie prüfen mögliche Verbindungen zu anderen Taten. Hierfür werten die Ermittler beschlagnahmte Filme und Datenträger aus, wie eine Polizeisprecherin sagte. Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten der Behörde gebe es bisher nicht, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der Lebensgefährte der Mutter hätte nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ mit dem Opfer keinen Umgang haben dürfen. Der Freiburger Oberstaatsanwalt Michael Mächtel sagte, der Mann sei wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft.

Ermittlungen in Sigmaringen

Die Ermittler des Landeskriminalamtes sind dem Betreiber eines Internetforums zur Kinderpornografie auf die Spur gekommen. Wie die Behörde mitteilte, hatte es einen anonymen Hinweis im sogenannten Darknet gegeben. Die Ermittlungen hätten zu einem Verdächtigen aus dem Landkreis Sigmaringen geführt.

Bei der Durchsuchung der Wohnung seien Speichermedien sichergestellt worden. Dem Verdächtigen werde vorgeworfen, das Forum betrieben zu haben. Die Beamten betonten, dass der Fall nicht im Zusammenhang mit den Freiburger Ermittlungen stehe. dpa