Vermischtes

Fall Epstein Gremium beklagt schwere Versäumnisse / Anwesen des toten US-Geschäftsmanns auf Amerikanischen Jungferninseln durchsucht

Justizausschuss verlangt Antworten

New York.Bei Untersuchungen zum Tod von Jeffrey Epstein in einer New Yorker Gefängniszelle hat die US-Bundespolizei das Anwesen des Unternehmers auf den Amerikanischen Jungferninseln durchsucht. Wie der TV-Sender NBC und andere Medien am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten, stellten die Beamten auf Epsteins Privatinsel Ermittlungen an. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Der in der US-Elite bestens vernetzte Geschäftsmann Epstein, der zeitweise auch Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, zum ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und zu Prinz Andrew aus Großbritannien pflegte, starb am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis. Er soll sich umgebracht haben. Epstein wurde von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht, wo er schließlich für tot erklärt wurde. US-Justizminister William Barr beklagte „schwere Unregelmäßigkeiten“ in der Haftanstalt und kündigte eine gründliche Untersuchung an.

Stundenlang ohne Überwachung

Die Staatsanwaltschaft New York hatte Epstein vorgeworfen, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der 66 Jahre alte Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es. Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen.

Unterdessen tauchen immer weitere Hinweise auf Nachlässigkeiten bei Epsteins Überwachung in dem Gefängnis auf. Wie die „New York Times“ berichtete, hatten die beiden Wachen in der Nacht zum Samstag stundenlang nicht nach dem Gefangenen geschaut, obwohl eine Prüfung alle 30 Minuten vorgesehen gewesen sei. Auch habe nur einer von ihnen die notwendige Ausbildung als „vollwertiger Justizvollzugsbeamter“ gehabt. Näheres dazu war zunächst nicht zu erfahren.

Der Justizausschuss des US-Kongresses verlangte die Beantwortung drängender Fragen. Die führenden Mitglieder schrieben am Montag (Ortszeit) an die für Bundesgefängnisse zuständige Behörde: Aufgelistet sind 23 Fragen – unter anderem zum allgemeinen Umgang mit psychisch instabilen Insassen in der Haftanstalt, aber auch zu den genauen Abläufen kurz vor Epsteins Tod.

Der Ausschussvorsitzende, der Demokrat Jerry Nadler, und der führende Republikaner in dem Gremium, Doug Collins, beklagten in dem Brief, der Fall offenbare schwere Versäumnisse. Sie verlangten Antworten bis zum 21. August.

Kritik an Verschwörungstheorien

Einige Demokraten, darunter die Präsidentschaftsbewerber Cory Booker und Beto O’Rourke, kritisierten den Umgang von Präsident Trump mit dem Fall. Trump hatte am Samstag auf Twitter eine Verschwörungstheorie verbreitet, die Clinton in die Nähe von Epsteins Tod rückt und mit Pädophilie-Vorwürfen in Verbindung bringt. Booker bezeichnete das als „gefährlich“.

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