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Umwelt Forscher halten stärkere Begrenzung für möglich / Deutschland hängt hinterher

Klimarat: Reiche Länder müssen mehr tun

Berlin.Die kleinen Inselstaaten hatten es aus Sorge um den Meeresspiegelanstieg gefordert: Die Erderwärmung solle nicht nur auf deutlich unter zwei Grad begrenzt werden, sondern möglichst auf 1,5 Grad. So wurden die Ziele dann 2015 im Abkommen von Paris aufgeschrieben. Der Weltklimarat macht in einem Sonderreport nun klar: Das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels käme weit mehr Ländern zugute.

Was sind die Kernaussagen des 1,5-Grad-Reports?

Sie lassen sich in vier Punkten zusammenfassen. Erstens: Es ist immer noch möglich, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken. Zweitens: Dafür muss die Weltgemeinschaft aber sehr schnell und entschieden an einem Strang ziehen und den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch nach unten fahren. Drittens: Eine Erwärmung um 1,5 Grad hat bereits dramatische Folgen für das Wetter, den Meeresspiegel, die Artenvielfalt, die Ernten und die Wasserversorgung in vielen Regionen. Viertens: Das Ziel zu erreichen, lohnt sich – denn bei zwei Grad oder mehr käme es noch sehr viel schlimmer.

Ist der weltweite Klimaschutz auf dem richtigen Weg?

Obwohl das Pariser Klimaschutzabkommen ein historischer Meilenstein ist, reicht es bisher bei weitem nicht. Selbst wenn die Staaten ihre aktuellen Klimaschutz-Zusagen einhalten, steuert die Erde auf eine Erwärmung um etwa drei Grad zu. Es ist also notwendig, die Ziele nachzuschärfen, das ist im Abkommen auch vorgesehen. Es werden aber weiter Kohlekraftwerke gebaut. Deswegen müssen – so heißt es in der Klimadiplomatie – die Industrieländer größere Beiträge leisten.

Was muss für das 1,5-Grad-Ziel getan werden?

Im Kern muss die Menschheit den CO2-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent senken, bis 2050 sogar auf Null bringen. Auch die Mengen an Methan etwa aus der Rinderzucht sollten drastisch sinken. „Dazu müssen fast alle Bereiche des Lebens umgekrempelt werden. Wie wir wohnen, essen, uns fortbewegen, was wir konsumieren“, sagt Niklas Höhne von der niederländischen Universität Wageningen. Viele Forscher gehen davon aus, dass der CO2-Ausstoß nicht auf Null zu bringen ist. Möglichkeiten, CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen, so Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, seien das Aufforsten oder Landwirtschaftsmethoden, die Böden schützen und ihre CO2-Aufnahmefähigkeit fördern. „Technische Lösungen alleine werden nicht ausreichen.“

Wie sieht es in Deutschland aus?

Die Bundesrepublik hängt ihren Zielen hinterher – dem nationalen Klimaschutzziel für 2020, aber auch bestimmten verbindlichen EU-Zielen. Zwar kommen 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne, aber viel auch weiter aus Kohlekraftwerken. Wann diese vom Netz gehen sollen, darüber verhandelt gerade eine Kommission aus Klimaschützern, Politik und Wirtschaft. Ende des Jahres soll sie ein Ergebnis vorlegen. Auch über eine Reduktion des CO2-Ausstoßes im Verkehr beraten Experten gerade. 2019 soll das erste Klimaschutz-Gesetz kommen.

Info: Video unter morgenweb.de/vermischtes

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