Vermischtes

Arbeitsbesuch Máxima und Willem-Alexander für zwei Tage in Rheinland-Pfalz sowie im Saarland unterwegs / Innovation ist Schwerpunkt

Könige der Niederlande zu Gast

Mainz/Trier.Von den Römern bis zur Digitalisierung: Das niederländische Königspaar macht sich bei seinem Besuch in Rheinland-Pfalz und im Saarland heute und morgen auf die Spuren von Geschichte und Innovation. Es ist ein volles Programm, das sich König Willem-Alexander und Königin Máxima von Mainz über Trier bis Saarbrücken vorgenommen haben. Bei dem Arbeitsbesuch, der von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird, soll es im Kern um den Wandel von alter Industrie zu digitaler Wirtschaft gehen. Aber auch um Wein, Kultur, den alten Karl Marx – und gutes Essen natürlich.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) freut sich auf den royalen Besuch. Sie und ihr Mann Klaus Jensen wollen Willem-Alexander und Máxima das Land Rheinland-Pfalz mit seinen „vielen unterschiedlichen Facetten“ näherbringen und auch Gespräche mit vielen Menschen möglich machen. Auch Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) würdigt die Tour der Gäste: „Es ist mir eine Ehre, König Willem-Alexander und Königin Máxima in unserem schönen Bundesland empfangen zu dürfen.“

Forschung und digitale Industrie

Der royale Besuch werde bei den Menschen sicherlich besondere Aufmerksamkeit finden, ist sich die Mainzer Staatskanzlei sicher. Sind solche Visiten doch eher die Ausnahme: In Rheinland-Pfalz waren dieses Jahr zwar bereits die schwedische Königin Silvia und König Carl Gustaf auf der Burg Eltz zu Gast – aber nur privat. Zuvor kam der damalige spanische König Juan Carlos 2006 zur Fußball-WM nach Kaiserslautern. 1994 war die dänische Königin Margrethe II. kurz in Trier, 1993 das japanische Kaiserpaar in Boppard. 1978 wurde Queen Elizabeth II. in Mainz empfangen.

Bei der Tour des niederländischen Königspaars geht es nach der Ankunft in Mainz Schlag auf Schlag: Zunächst dreht es sich um die Genossenschaftsidee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dessen 200. Geburtstag gerade gefeiert wird. Dann sollen auf einer Bootstour durch das Mittelrheintal Nachhaltigkeit und Innovationen in der Binnenschifffahrt thematisiert werden. In Bernkastel-Kues an der Mosel treffen der König und die Königin Winzer und informieren sich über die Digitalisierung im Weinbau.

In Trier besuchen sie morgen unter anderem das römische Stadttor Porta Nigra und die Landesausstellung über den vor 200 Jahren in Trier geborenen Philosophen Karl Marx, bevor es ins Saarland geht. Nach einem Mittagessen mit Regierungschef Hans im Stadtschloss informieren sich die Niederländer an der Universität des Saarlandes über Projekte der digitalen Industrie sowie über Forschung auf dem Feld der künstlichen Intelligenz und der Cyber-Sicherheit.

In Saarlouis lernen sie ein Praxisbeispiel für dezentrale Energieerzeugung kennen, dann diskutieren sie im Schloss Saareck in Mettlach über den industriellen Wandel. Am Freitag machen sie im Weltkulturerbe Völklinger Hütte Station und schließen ihren Besuch im Universitätsklinikum in Homburg ab, wo der Einsatz moderner Technik (eHealth) im Gesundheitswesen im Fokus steht.

Máxima und Willem-Alexander besuchen jedes Jahr ein oder mehrere Bundesländer, wobei besonders die wirtschaftlichen Beziehungen im Fokus stehen. Anfang 2017 war das Königspaar in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Gast. Auf den Besuch an Rhein und Mosel freut sich Dreyer auch, weil er „die traditionell guten Beziehungen zwischen den Niederlanden und Rheinland-Pfalz unterstreicht“.

In Rheinland-Pfalz lebten nach Angaben des Statistischen Landesamtes Ende 2017 knapp 6400 Niederländer – mit „Hochburgen“ in der Region Koblenz (2370) und in der Region Trier (2305). Die meisten ausländischen Touristen in Rheinland-Pfalz kommen aus den Niederlanden: 2017 waren es rund 575 700.