Vermischtes

Aktionstag Im Sport sind sie gefährliche Gegner / In der Antike galten sie als "beschädigt"

Können es Linkshänder allen recht machen?

Berlin.Linkshänder gibt es seit Menschengedenken. Archäologische Funde von Waffen und Werkzeugen belegen das. Und doch ist die Welt heute vor allem für Rechtshänder konstruiert, sie sind in der Überzahl. Trotzdem beeinflussen "links" und "rechts" die Welt heute stärker als gedacht.

Sport: Im Sport sind Linkshänder oft gefürchtete Gegner - besonders in Zweikämpfen wie Tennis, Tischtennis, Fechten oder Boxen. Sie seien einfach schwerer einzuschätzen, meinen Fachleute.

Mythologie und Religion: Mythologie und Religion haben stark zum historisch gesehen eher negativen Image der linken Seite beigetragen. Der christliche Segen wird mit der Rechten gespendet, der Teufel agiert mit der Linken.

Antike: Die alten Römer hielten Linkshändigkeit für einen Makel und neigten dazu, linkshändige Sklaven als "beschädigte Ware" zurückzugeben. In einer Schrift wies der römische Jurist Ulpian allerdings eigens darauf hin, es handele sich dabei nicht um ein Gebrechen.

Fortpflanzung: Den linken Hoden zum Zeugen eines Stammhalters mit einem Faden abzuschnüren, empfahl der griechische Philosoph Anaxagoras im 5. Jahrhundert vor Christus. Denn auf der rechten Seite vermutete er den "männlichen" Samen.

Umerziehen: Umerziehen sollte man Linkshänder auf keinen Fall, lautet die einhellige Meinung heute. Sonst drohten seelische und neurologische Störungen. So führen manche das Stottern des britischen Königs Georg VI. darauf zurück, dass der Linkshänder als Kind umgeschult wurde.

Tiere: Helmkakadus sind überzeugte Linkshänder, Schimpansen bevorzugen eher die rechte Seite. Wenn Gorillas nach ihrem Futter greifen, tun sie das mit beiden Pfoten.

Chemie: Louis Pasteur fand 1848 bei Experimenten mit Weinsäure heraus, dass es so etwas wie links- und rechtshändige chemische Verbindungen gibt - in ihrem Aufbau gleichen die Moleküle Original und Spiegelbild.

Erde: Die Erde dreht sich, wie die meisten Planeten unserer Galaxis, in östlicher Richtung um die eigene Achse - von einem über dem Nordpol liegenden Punkt im All betrachtet also gegen den Uhrzeigersinn.

Naturvölker: Naturvölkern ist die Unterscheidung von links und rechts mitunter gar nicht bekannt. So orientieren sich einige australische Ureinwohner allein an der Himmelsrichtung. Etwa: "Rück doch mal den Sessel ein Stück nach Süden!"

Treppen: Wendeltreppen in mittelalterlichen Burgen winden sich meist rechtsherum. Nicht ohne Grund: Mit dem Schwert in der Rechten hatten die Angreifer Nachteile, die von oben kommenden Verteidiger aber mehr Bewegungsfreiheit.

Politik: In der französischen Nationalversammlung saßen seit der Revolution von 1789 die Progressiven vom Präsidenten aus gesehen links, die Konservativen rechts. Diese Regelung gilt in vielen Parlamenten noch heute - zum Beispiel im Bundestag.

Pferde: Pferde könnten ein Grund dafür gewesen sein, dass der Linksverkehr in früheren Jahrhunderten auf den Straßen überwog. Die meisten Reiter bevorzugen es wohl, den linken Fuß auf den Steigbügel zu setzen und dann das rechte Bein über den Pferderücken zu schwingen.

Supermärkte:

Supermärkte präsentieren ihre Waren oft so, dass der Kunde einer Linkskurve folgt. Denn Studien belegen, dass Rechtsfüßler in der Mehrheit sind - und daher eher mit leichtem Linksdrall unterwegs. Auch Leichtathleten sprinten gegen den Uhrzeigersinn durchs Stadion. dpa

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