Vermischtes

„Tatort“ Almila Bagriacik ist die Neue an der Seite von Axel Milberg

Kommissarin mit Boxsack im Büro

Archivartikel

Kiel.Sie ist die jüngste Ermittlerin in der „Tatort“-Riege, temperamentvoll und impulsiv, er schon lange im Dienst und ein Brummbär. Doch so unterschiedlich Klaus Borowski (Axel Milberg, 62) und Mila Sahin (Almila Bagriacik, 28) auch sein mögen, sie agieren wie ein eingespieltes Team. In ihrem ersten Fall „Borowski und das Haus der Geister“, den das Erste am Sonntag um 20.15 Uhr zeigt, legen sie sofort gemeinsam los – und ein gelungenes Tänzchen aufs (Parkdeck-)Parkett.

Die schlagkräftige Neue prüft gerade ihren Boxsack, den sie im künftigen Büro anbringt, als sie Borowski kennenlernt. Im vergangenen Jahr jagte er noch mit Sarah Brandt (Sibel Kekilli) Verbrecher, nun tritt als deren Nachfolgerin diese junge Frau an, die sich auf eigenen Wunsch von Berlin-Neukölln an die Förde versetzen ließ. Beide ergänzen sich prima.

„Das Haus der Geister“ führt den Kommissar in seine Vergangenheit zurück. Einst verschwand die Ehefrau seines Freundes Frank (Thomas Loibl). Der geriet in Verdacht, wurde aus Mangel an Beweisen aber freigesprochen. Inzwischen hat er eine neue Frau (Karoline Schuch), doch die fühlt sich bedroht. Woher kommen nachts plötzlich Schlinge und Hocker zum Erhängen?

Rolle in türkischer Telenovela

Erst spät während der Drehbuchentwicklung stand laut Autor Wiersch fest, wer die Neue ist. Bagriacik hat die Figur mitentwickelt: „Mir war wichtig, dass sie nicht wird wie ich, aber gern von mir inspiriert ist.“ Mila wäre gern eine Profilerin wie Jodie Foster in „Das Schweigen der Lämmer“. „Es gibt auch Kommissarinnen mit French Nails und Kostümchen – Mila ist das Aussehen egal, sie ist ganz natürlich und einfach eine coole Sau“, sagt Bagriacik.

Wie Almila hat Mila einen türkisch-deutschen Hintergrund. In Ankara geboren, kam Bagriacik als Fünfjährige nach Berlin. „Für mich ist es eine Form von Reichtum, beide Kulturen als Symbiose in mir vereinen zu dürfen“, sagt die Schauspielerin, die eine durchgehende Rolle in einer türkischen Telenovela hatte.

Menschen mit Migrationshintergrund verkörperte sie im Kino etwa im Ehrenmord-Drama „Die Fremde“ (als Kekillis Schwester) und im Familienfilm „Hördur“, im TV im ARD-Drama „NSU – Die Opfer“ und in „4 Blocks“ auf TNT Serie. Die Serie über einen arabischen Clan in Berlin geht im Herbst in die zweite Staffel. Bagriacik hofft, dass viele Fans nun auch sehen wollen, wie sie sich im „Tatort“ schlägt. dpa