Vermischtes

Aktion Lehrerin Simone Loewen gibt ihren Schülern eine ganz besondere Hausaufgabe

Lautes Singen soll Freude schenken

Archivartikel

Mannheim.Es waren tolle und mitreißende Szenen, die sich in dieser Woche durch das Internet verbreitet haben: In Italien haben sich viele Menschen zu einer bestimmten Uhrzeit dazu verabredet, gemeinsam bei offenen Fenstern Musik zu machen. Das fand eine Lehrerin aus Mannheim so toll, dass sie so etwas auch in der Region und am besten in ganz Deutschland starten will. „Ich habe meinen Schülern als Hausaufgabe aufgegeben, am kommenden Sonntag um 18 Uhr das Fenster zu öffnen, und laut Musik zu machen“, sagt Simone Loewen. „So laut, dass es die ganze Straße hören kann.“ Sie unterrichtet am Ursulinen-Gymnasium in Mannheim die Fächer Englisch und Musik und hat sich überlegt, wie sie während der Corona-Krise weiter Musikunterricht machen kann.

Gespielt werden soll am Sonntag dann der so genannte „Cup-Song“ aus dem Film „Pitch Perfect“. Dieser kommt laut Loewen an den meisten Schulen im Unterricht vor. „Viele kennen das Lied schon. Und wenn nicht, ist er ganz einfach zu lernen“, verspricht die Lehrerin.

Zusammenhalt stärken

„Wir hoffen, damit den Menschen etwas Freude schenken zu können, in dieser schwierigen Situation“, sagt Loewen. „Es soll aber auch Mut machen und den Zusammenhalt stärken. Und natürlich auch denjenigen Danke sagen, die jeden Tag so viel für uns leisten“, führt sie aus. Damit die Schüler ihren großen Auftritt vorher auch richtig gut üben können, hat sie ihnen verschiedene Youtube-Videos geschickt (die Links dazu findet ihr im Infokasten). Die können sie dann am Sonntag laufenlassen, die Boxen aufdrehen und dabei selbst mitsingen – so, dass es möglichst viele Nachbarn hören können.

Die 120 Schüler vom Ursulinen–Gymnasium müssen alle mitmachen, für sie sind es richtige Hausaufgaben. Simone Loewen hofft aber darauf, dass noch viele weitere Kinder – und auch Erwachsene – mitmusizieren und mitsingen. „Toll wäre es, wenn auch die Eltern und Geschwister mitmachen würden und sich ein großer Flashmob in der Region bildet“, sagt sie. Ein Flashmob ist eine große gemeinsame Aktion. „Mein Mann arbeitet am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Mannheim und hat es auch seinen Schülern und Kollegen weitergeleitet“, sagt sie.

Foto oder Video als Beweis

Auch mit ehemaligen Studienkollegen hat sie die Idee schon geteilt. Die sind immer froh über gute Ideen. „Für uns als Lehrer ist es gerade eine ungewohnte Situation“, findet Simone Loewen. Jeden Tag schickt sie ihren Schülern neue Übungsaufgaben, die diese dann zu Hause erledigen können. Es sei jedoch nicht immer so einfach, den Unterrichtsstoff zu vermitteln. „Gerade im Fach Musik muss man kreativ werden“, so Simone Loewen. So kam dann die Idee zu dieser Aktion. Doch mitzusingen alleine, reicht der Lehrerin noch nicht. Zumindest nicht bei ihren Schülern: „Damit ich auch ganz sicher weiß, dass meine Schüler ihre Hausaufgabe gemacht haben, habe ich ihnen aufgetragen, sich dabei zu filmen oder wenigstens ein Foto zu machen.“

Die Videos will sie dann gemeinsam mit ihren Schülern auf dem Smartboard anschauen. Sobald der Unterricht wieder normal läuft, „was hoffentlich bald sein wird“. Bis dahin wird jedoch wohl noch einige Zeit vergehen. Und solange sei die Aktion „ein schöner Zeitvertreib“, findet Loewen. „Ich bin jedenfalls schon gespannt auf das Ergebnis.“

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