Vermischtes

Gericht Staatsanwaltschaft hält Plädoyer im Fall Niels H.

Lebenslange Haft gefordert

Oldenburg.Die Staatsanwaltschaft hat für den Ex-Krankenpfleger Niels H. wegen 97 Morden eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Zugleich beantragte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. In drei der insgesamt 100 Fälle sah sie dagegen keine hinreichenden Beweise für eine Mordtat des Ex-Pflegers.

Der angeklagte Deutsche habe aus Heimtücke und niederen Beweggründen die Arg- und Wehrlosigkeit derer ausgenutzt, die als Patienten besonderen Schutz benötigten, sagte die Anklagevertreterin in ihrem mehrstündigen Plädoyer.

Ex-Pfleger als Lügner bezeichnet

Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den 42-Jährigen bereits 2015 zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Dieses Strafmaß soll am 6. Juni auch in das neue Urteil einfließen.

H. selbst hatte im Prozess 43 der 100 Taten eingeräumt und fünf bestritten. An die übrigen konnte er sich nicht erinnern. Er schloss aber nicht auch aus, diese Patienten getötet zu haben. Der Angehörigen-Sprecher Christian Marbach hatte H. vor dem Plädoyer als Lügner bezeichnet. Anders als angekündigt habe er nicht zur Aufklärung beigetragen und den Angehörigen keine Wahrheit verschafft.

H. muss sich seit Oktober wieder vor Gericht verantworten. Er soll die 34 bis 96 Jahre alten Opfer von 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst mit Medikamenten zu Tode gespritzt haben. dpa