Vermischtes

Justiz Prozessbeobachter sehen beide – Johnny Depp und Amber Heard – als Verlierer des Londoner Verleumdungsprozesses

Letzter Tag im Rosenkrieg vor Gericht

London.Selten hat Großbritannien eine solche Schlammschlacht von Prominenten in einem Prozess erlebt wie im Fall der US-Schauspieler Johnny Depp und Amber Heard. Drogen, Alkoholmissbrauch, eine abgetrennte Fingerkuppe, Fäkalien im Bett und immer wieder Gewaltvorwürfe: Wochenlang zeichneten Depp (57) und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung.

Die Kernfrage lautete: Ist Depp („Fluch der Karibik“) ein Frauenschläger? Auch am letzten Tag ging es im Gericht hoch her. Depps Anwalt nannte Heard zum Abschluss sogar eine „zwanghafte Lügnerin“. Das Urteil wird erst in einigen Wochen verkündet.

Depp klagt eigentlich gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung „The Sun“ wegen eines Artikels, in dem behauptet wurde, er habe Heard körperlich misshandelt. Die Schauspielerin sagte vor Gericht aus, sie habe Todesangst vor ihrem Ex-Mann gehabt. Er habe sie oft angeschrien, getreten, sogar gewürgt. Doch Depp drehte im Prozess den Spieß um: Er beschuldigte seine Ex-Ehefrau, selbst gewalttätig gewesen zu sein. Die Beziehung zu Heard („Zombieland“) sei „kompliziert“ gewesen, niemals habe er ihr aber Gewalt angetan.

Egal, wie der Prozess in London ausgeht: Kommentatoren meinen, dass beide schon jetzt die Verlierer seien. Allzu heftig werden die Vorwürfe und Einblicke ins Privatleben gewertet. Einen Gewinner in dem international vielbeachteten Prozess dürfte es dennoch geben – unabhängig vom Urteil: die „Sun“. dpa

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