Vermischtes

Unglück Fehler bei Fahrdienstleitung oder Technik

Lokführer handelt nach Auftrag

Meerbusch.Vor dem Zugunglück von Meerbusch hat der Lokführer des Regionalexpresses einen Fahrauftrag erhalten, obwohl die Strecke noch nicht frei war. „Damit durfte er weiterfahren“, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen gestern in Bonn. Ein Fahrauftrag hebe ein Haltesignal auf.

Güterzug wollte wieder anfahren

Das bedeute aber noch nicht, dass das Unglück auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurückgeht. „Auch technische Ursachen sind noch möglich“, sagte der Sprecher und bat um Geduld. „Wir rekonstruieren das Ereignis im Ist-Ablauf. Das kann lange dauern.“ Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft kündigte eine Stellungnahme an.

Inzwischen stehe fest, dass der Güterzug, auf den der Personenzug aufprallte, gerade wieder angefahren war, hieß es seitens der Bundesstelle. Er hatte zuvor das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath erhalten. Dadurch sei der Aufprall gemildert worden. 50 Menschen waren bei dem Unglück am Dienstagabend verletzt worden, neun von ihnen schwer. Die Strecke bei Neuss ist weiterhin gesperrt. Die Bundesstelle hatte die Kollision als schweren Unfall mit mindestens zwei Millionen Euro Schaden eingestuft. dpa