Vermischtes

Kunst Unternehmen bei Museumsausstellung über muslimische Kleider in Frankfurt vertreten / Kontroverse Diskussion

Mannheimer Modefirma verteidigt sich

Archivartikel

Frankfurt/Mannheim.Die entfachte Debatte um eine muslimische Kleidungs-Ausstellung in Frankfurt sieht Selma Lebdiri vom Mannheimer Label „Mizaan“ als veraltet an. Die Firma ist mit Designs auf der Schau vertreten.

Dieser Diskussion schenke ihr Unternehmen längst keine Beachtung mehr. „Wir sind ein Mannheimer Start-up, machen Modebusiness mit Kleidern, auf die wir selbst Lust haben, in einer florierenden Nische. Das ist alles“, äußert sich Lebdiri. Die Ausstellung in Frankfurt hat schon vor Beginn am Donnerstag heftige Reaktionen provoziert (wir berichteten). Als Reaktion auf Hass-Mails gibt es nun sogar Leibeskontrollen vor der Schau in Frankfurt. „Frauen ihre Unmündigkeit in ihrer Entscheidungsfreiheit zu unterstellen, ist frauenverachtend“, reagiert Lebdiri weiter auf die hitzige Debatte.

Für Inge Bell, Vize-Vorstandsvorsitzende des Vereins Terre des Femmes, ist die Schau dagegen ein „Schlag ins Gesicht der Mädchen und Frauen weltweit, die das muslimische Kopftuch, Nikab, Burka und andere ,züchtige’, also verhüllende Kleidung, nicht tragen oder ablegen wollen – und nicht dürfen“. Täten sie es, würde es für viele „Mädchen und Frauen in den islamischen Ländern und auch hier Strafe, Ausgrenzung und Tod bedeuten“, schildert Bell. „Züchtige“ Kleidung sei immer auch ein Unterdrückungsinstrument. „Eine Ausstellung, die diese Aspekte nicht kritisch hinterfragt oder deutlich thematisiert, sondern verharmlost, ist unverantwortlich und ein Skandal“, so Bell. see/dpa