Vermischtes

Raumfahrt Asteroidenlander steht kurz vor seiner Ankunft

„Mascot“ sendet erste Signale

Archivartikel

Köln.Um 03.15 Uhr Ortszeit war es dann gestern Früh so weit: Das Kontrollzentrum am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln hat die ersten Signale des Asteroidenlanders „Mascot“ nach der Ankunft am Asteroiden Ryugu empfangen. „Mascot“ befindet sich an Bord der japanischen Raumsonde „Hayabusa2“, die den Asteroiden nach dreieinhalb Jahren Reise durchs All erreicht hat. „Hayabusa2“ fliegt nun in einer Höhe von 20 Kilometern neben Ryugu, dessen eckige Form ungewöhnlich sei.

„Wir sind unserem Ziel sehr nahe und genau da, wo wir hin wollen“, sagte Operationsmanager Christian Krause vom DLR. Jetzt beginnen die Landevorbereitungen. Die Software werde nun getestet und die Batterien für den Einsatz vorbereitet, erklärte Projektleiterin Tra-Mi Ho. Außerdem müsse der richtige Landeplatz gefunden werden.

So groß wie Schuhschachtel

Anfang Oktober soll „Mascot“ auf dem erdnahen Asteroiden landen. 60 Meter über der Oberfläche stößt ihn die Muttersonde heraus, dann schwebt der lediglich schuhschachtelgroße Lander langsam hinab. Einmal gelandet, soll „Mascot“ dank eines eingebauten Schwungarms hüpfend den Kleinplaneten erkunden. Dabei sammeln die Instrumenten Daten zur Zusammensetzung der Oberfläche des Asteroiden – zur Temperatur ebenso wie zum Magnetfeld.

So wollen die Forscher mehr über die Entstehung der Planeten herausfinden, aber auch die mögliche Abwehr von Asteroid-Einschlägen effektiver planen. Viel Zeit bleibt „Mascot“ zum Datensammeln allerdings nicht: Seine Batterien halten nur 16 Stunden lang. Dann verbleibt er auf Ryugu. Die japanische Raumsonde dagegen soll sich Ende 2019 auf den Weg zurück zur Erde machen und dabei Asteroidenmaterial mitbringen. dpa