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Medizin Weltgesundheitsorganisation zählt seit Jahresbeginn 90 000 Fälle in Europa / 48 von 53 untersuchten Ländern betroffen

Masernerkrankungen verdoppelt

Archivartikel

Genf.Die Zahl der Masernerkrankungen in Europa hat deutlich zugenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählte in den ersten sechs Monaten rund 90 000 Fälle. Damit habe sich die Zahl der Erkrankungen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 verdoppelt, teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit. Außerdem hätten vier Länder – Albanien, Tschechien, Griechenland und Großbritannien – ihren Status als masernfrei verloren.

Insgesamt zählen 53 Länder zu dem von der WHO auf die Verbreitung von Masern und Röteln untersuchten Gebiet. Davon sei es in 48 Ländern zu Masernfällen gekommen. Besonders betroffen seien die Ukraine, Kasachstan, Georgien und Russland gewesen. Dort seien 78 Prozent aller Masernfälle des ersten Halbjahrs aufgetreten.

„Rückkehr besorgniserregend“

Eine solche Entwicklung habe es seit Beginn der Überwachung 2012 nicht gegeben. „Die Rückkehr der Masern ist besorgniserregend“, sagte der WHO-Experte Günter Pfaff. Ohne eine verbreitet hohe Impfrate würden Kinder wie Erwachsene unnötig leiden und tragischerweise auch sterben. Seit Januar 2018 seien rund 100 Menschen in Europa der hochansteckenden Infektionskrankheit erlegen. Die Entwicklung zeige die Notwendigkeit einer Impfrate von 95 Prozent in der Bevölkerung, hieß es. In Deutschland gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts bis Ende Juli dieses Jahres mehr als 450 Masernfälle. Im Gesamtjahr 2018 waren es etwa 540 Fälle, im Jahr 2017 knapp 930. dpa

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