Vermischtes

Verbrechen Gericht verurteilt Studenten nach einem außer Kontrolle geratenen Streit / Junger Mann bei Angriff gestorben

Mehr als elf Jahre Gefängnis für Messerstecher

Archivartikel

Wiesbaden.Drei Mal, ganz gezielt und schnell hintereinander, soll der Student mit seinem Klappmesser auf seine drei Opfer eingestochen haben. Einmal rammte der 25-Jährige die 8,5 Zentimeter lange Klinge bei einem Streit und einem Handgemenge zwischen zwei Gruppen junger Männer in Wiesbaden direkt ins Herz eines 19-Jährigen. Für die tödliche Messerattacke und die Angriffe auf die zwei weiteren Opfer muss der 25-Jährige für elf Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Wiesbadener Landgericht verurteilte ihn gestern wegen Totschlags in Tateinheit mit versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung.

Das blutige Verbrechen hatte sich im Sommer vergangenen Jahres in Hessens Landeshauptstadt ereignet. Mitten in der Nacht war ein Streit außer Kontrolle geraten, den ein 23 Jahre alter Freund des Hauptangeklagten ausgelöst hatte. Dieser trennte sich gegen drei Uhr morgens nach einer Kneipentour von seinen Kumpeln, weil er Probleme mit seiner Freundin bekommen hatte. Als er wenig später stark angetrunken auf eine andere Gruppe junger Männer vor einem Schnellrestaurant traf, sah es zuerst nach einer harmlosen Begegnung aus. Nachdem er dann jedoch mit dem Handy zwei Freunde angerufen und ohne ersichtlichen Grund von Streit berichtet hatte, eskalierte die Situation.

Polizeianwärter fristlos entlassen

Besondere Brisanz bekam die Tat bei den dann folgenden Ermittlungen der Polizei: Neben dem 25-Jährigen und seinem 23 Jahre alten Freund stellte sich nach den Vorkommnissen noch ein zweiter 23-Jähriger den Ordnungshütern, der ebenfalls an dem verhängnisvollen Handgemenge beteiligt gewesen war. Der junge Mann war zum Tatzeitpunkt Polizeianwärter. Im Zuge der Untersuchungen kam heraus, dass er wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung im polizeilichen Auskunftssystem Polas registriert war. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) reformierte das Einstellungsverfahren für Polizisten. Der Polizeianwärter wurde fristlos entlassen. Das Landgericht verhängte gegen ihn eine Strafe von einem Jahr und fünf Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. dpa