Vermischtes

Oktoberfest „Superwiesn“ kommt auf 6,3 Millionen Besucher, 7,5 Millionen getrunkene Liter Bier und 124 verspeiste Ochsen

Mehr Gäste, weniger Straftaten

München.Sommer, Sonne, entspannte Gäste: Eine Bilderbuch-Wiesn geht zu Ende. Es kamen mehr Gäste. Trotzdem gab es weniger Sexualdelikte, weniger Maßkrugschlägereien – und es mussten auch weniger Gäste in der Sanitätsstation behandelt werden. Nach Schätzung der Festleitung drängten in den zwei Festwochen rund 6,3 Millionen Gäste auf das Volksfest. Das waren 100 000 Besucher mehr als 2017, obwohl das Fest zwei Tage kürzer war. Trotz der gestiegenen Gästezahl ging die Zahl der Straftaten um knapp neun Prozent zurück.

„Es war eine Superwiesn“, sagte der Wiesnchef und zweite Bürgermeister Josef Schmid gestern zum Abschluss des Festes. Bei mildem Herbstwetter verteilten sich die Besucher gut auf Zelte, Biergärten und Fahrgeschäfte – ein Grund für friedliche Stimmung. Wirte, Schausteller und Marktkaufleute zeigten zufriedene Gesichter.

Ein Hauch von Staatsbesuch

Weniger fröhliche Mienen gab es beim FC Bayern München, der sich einen Tag nach dem ernüchternden 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach zum traditionellen Besuch des Oktoberfestes traf. Zuvor hatten Hillary (70) und Bill Clinton (72) am Freitagabend für einen Hauch von Staatsbesuch auf der Wiesn gesorgt: Die Ex-Präsidentschaftskandidatin und der Ex-US-Präsident kamen begleitet von großem Polizeiaufgebot in das bei Promis beliebte Käfer-Zelt. Bill Clinton, platziert neben Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, zeigte sich in bester Laune – und in Lederhosen. Seine Frau verzichtete auf die Tracht, sie kam im rot-gemusterten Blazer.

In den zwei Festwochen tranken die Wiesngäste wie im Vorjahr 7,5 Millionen Liter Bier, brachten aber einen besseren Appetit mit: Beim Essen wie auch bei alkoholfreien Getränken gebe es zehnprozentige Zuwächse, sagte Schmid. Besonders gefragt waren Gerichte wie Enten, Haxn, Schweinsbraten und Käsespätzle. Die Gäste verspeisten aber weniger Ochsen (124 statt 127) und Kälber (48 statt 59) als im Vorjahr. Das Plus in der Küche und bei Alkoholfreiem passe zu der veränderten Besucherstruktur: Es seien mehr Familien gekommen – und auch die Generation 60 plus habe verstärkt mitgefeiert, sagte Schmid.

Angesichts des warmen Wetters schickte mancher auf dem Wiesn-Postamt sogar seine warme Kleidung nach Hause. Ansonsten wurden von dort Wiesnherzen und Maßkrüge in alle Welt versandt. Rund 100 000 Gäste wurden aber auch beim Klauen von Krügen erwischt. Nachdem in den Vorjahren Terrorsorgen die Stimmung dämpften, kamen diesmal wieder mehr Amerikaner. Sie führten die Top Ten der ausländischen Gäste an, die aus mehr als 60 Nationen anreisten.

Griff in Jacken

Die Polizei registrierte weniger Sexualdelikte (minus 32 Prozent), weniger Maßkrugschlägereien (minus 25 Prozent) und weniger Taschendiebstähle (minus 13 Prozent). Statt in fremde Taschen griffen die Diebe häufiger in abgelegte Jacken. Doch es gab auch einen Wermutstropfen: Es gab mehr Gewalt gegen Polizeibeamte (plus fünf Prozent), 15 Beamte wurden verletzt. Das zeige aber auch, dass die Polizei bei den Richtigen eingeschritten sei, sagte der Pressesprecher der Polizei, Marcus da Gloria. Ein Todesfall nach einer Schlägerei überschattete das Fest – es sei eine tragische Tat gewesen, es seien weder ein Maßkrug noch Waffen im Spiel gewesen. Der 58-Jährige starb nach einem Faustschlag.