Vermischtes

Angriff 33-Jähriger tötete seine einjährige Tochter und deren Mutter am Hamburger Jungfernstieg vor vielen Zeugen

Messerstecher stritt um Sorgerecht

Hamburg.Der mutmaßliche Messer-Angreifer von Hamburg, der seine einjährige Tochter und deren Mutter getötet haben soll, stritt zuvor um das Sorgerecht für das Kind. Bei einem Termin am Amtsgericht St. Georg habe die Familienrichterin am Mittwoch deutlich gemacht, dass sie dem Antrag des nicht verheirateten Vaters auf das Sorgerecht nicht stattgeben werde, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen gestern.

Die Entscheidung hätte Einfluss auf den Aufenthaltsstatus des 33 Jahre alten Mannes aus dem westafrikanischen Niger haben können. Nach Angaben des Einwohnerzentralamts hatte er eine bis 2019 befristete Aufenthaltserlaubnis – wegen des Kindes.

Täter alarmierte Beamte

Dem 33-Jährigen wird vorgeworfen, am Donnerstag im S-Bahnhof Jungfernstieg mit einem Messer massiv auf die 34 Jahre alte Frau und das Kind eingestochen zu haben – auf dem Bahnsteig, vor vielen Zeugen und nach dpa-Informationen auch in Gegenwart eines weiteren Kindes der Frau. Kurz nach der Bluttat hatte der Mann selbst bei der Polizei angerufen und seinen Aufenthaltsort mitgeteilt. Er wurde dann in der Mönckebergstraße festgenommen. Gestern wurde er dem Haftrichter vorgeführt.

Der Mann gehörte zu einer Gruppe von Migranten aus Afrika, die in Hamburg „Lampedusa-Gruppe“ genannt wird. Diese Migranten kamen 2013 über die Mittelmeerinsel zunächst nach Italien. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Sprecher des Einwohnerzentralamts. Der Nigrer sei im April 2013 eingereist und habe nach dem Angebot des Senats, die Fälle der Flüchtlingsgruppe individuell zu prüfen, einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis gestellt. Das Bundesamt für Flüchtlinge habe im vergangenen Jahr erklärt, dass es kein Abschiebehindernis gebe. Inzwischen war dem 33-Jährigen aber wegen des Kindes die Aufenthaltserlaubnis erteilt worden.

Zu der Hamburger „Lampedusa-Gruppe“ gehörten insgesamt bis zu 300 Afrikaner. Ihre Forderung nach einem pauschalen Bleiberecht wurde von der Linken, den Grünen sowie von Kultureinrichtungen wie der Kampnagel-Fabrik oder dem Thalia-Theater unterstützt.