Vermischtes

Gericht Urteil fällt am kommenden Montag / Gerichtssprecher will vor Journalisten treten

Mias Mörder drohen bis zu 15 Jahre Haft

Archivartikel

Landau.Acht Monate nach der Messerattacke auf die 15-jährige Mia im pfälzischen Kandel geht der Mordprozess gegen ihren Ex-Freund dem Ende entgegen. Vor dem Landgericht Landau hielten gestern Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage ihre Plädoyers, wie das Gericht mitteilte. Außerdem sei dem angeklagten Abdul D., dem vermutlich aus Afghanistan stammenden Ex-Freund des Opfers, die Gelegenheit zu einer eigenen Einlassung gegeben worden, dem laut Gericht „letzten Wort“. Dazu, zu den Inhalten oder zu den konkreten Strafanträgen wollte sich kein Prozessbeteiligter äußern. Insofern ist unklar, ob es auf ein Urteil wegen Mordes – dieser Vorwurf war angeklagt – hinausläuft, möglicherweise auf Totschlag oder ob etwas ganz anderes herauskommt.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Das Urteil in dem nicht öffentlichen Prozess soll nun am kommenden Montag (3. September) gesprochen werden – auch das nach Gerichtsangaben unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In einer schriftlichen Erklärung will das Gericht über den Richterspruch informieren, zudem wird ein Sprecher vor Medienvertreter treten. Die Bluttat vom 27. Dezember 2017 in einem Drogeriemarkt in Kandel, das keine 20 Kilometer von Landau entfernt liegt, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt und war in den Sog der zeitweise erhitzten Debatte um die Flüchtlingspolitik geraten. In Kandel hatte es mehrfach Demonstrationen verschiedener politischer Gruppierungen gegeben, es kam zu Ausschreitungen.

Dass in Landau hinter verschlossenen Gerichtstüren verhandelt wird, liegt daran, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt vermutlich noch minderjährig war. Einem Gutachten nach, das die Verteidigung anzweifelt, dürfte er seinerzeit zwischen 17 Jahre und sechs Monate und 20 Jahre alt gewesen sein.

Wenig drang seit dem Prozessauftakt am 18. Juni nach draußen. Am ersten Verhandlungstag sagte der Verteidiger von Abdul D., sein Mandant habe Reue zeigt. Der Anwalt sprach des Öfteren von einer sachlichen und konzentrierten Atmosphäre in dem Verfahren, etwa als Zeugen geladen waren, unter anderem auch die Eltern der getöteten Mia. Laut Anklage soll Abdul D. mit einem Brotmesser sieben Mal zugestochen haben. Er soll heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt haben, seine Motive waren nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache. Nach Jugendstrafrecht drohen ihm bei einem Mord-Urteil maximal zehn Jahre Haft oder 15 Jahre, wenn eine „besondere Schwere der Schuld“ festgestellt wird.

Jüngst hatte die Staatsanwaltschaft noch Ermittlungen gegen Abdul D. nach einem Zwischenfall im Gerichtssaal aufgenommen. dpa